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16. April 2011 00:00 Uhr

Bäderlandschaft

Westbad öffnet wieder - und auch die Strandbad-Saison beginnt

Am Montag wird das Freiburger Westbad nach seiner langen Sanierung wiedereröffnet. Während sich die Badegäste darüber freuen, ist man bei den neuen Eintrittspreise ab Mai geteilter Meinung.

  1. Im Westbad wird letzte Hand angelegt, damit zur Eröffnung am Montag alles fürs Publikum bereit ist. Foto: FOTOS: Ingo Schneider

  2. Der Sprungturm ist noch gesperrt. Foto: Ingo Schneider

Die Sanierung des Hallenbads kostete zehn Millionen Euro und dauerte sieben Monate länger als geplant – unter anderem, weil unerwartet Asbest in Bodenplatten entdeckt wurde und Fliesen stark beschädigt wurden. Bereits von Sonntag an, 12 Uhr, ist das Strandbad geöffnet – so früh wie noch nie zuvor. Geteilter Meinung sind die Badegäste bei den neuen Eintrittspreise, die ab Mai gelten.

Freuen werden sich aber nicht nur und die Vereine, Schulen und Schwimmer, die wieder in Freiburgs einzigem 50-Meter-Becken ihre Bahnen ziehen können. Mit der Wiederöffnung des Westbads wird es in den Ausweichquartieren Haslacher Bad und Faulerbad endlich nicht mehr so eng zugehen, denn vorerst – Ende Mai macht das Faulerbad bis September Sommerpause – werden alle Hallenbäder geöffnet sein. Startklar ist auch das Strandbad: Ab Sonntag hat es als erstes der drei Freibäder täglich von 12 bis 19 Uhr geöffnet, bei schlechtem Wetter kann es allerdings sein, dass es nochmal schließt. Das Wasser im Schwimmerbecken wird zunächst eine Temperatur von 19 Grad haben.

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Insgesamt 17 Millionen Euro in fünf Jahren investiert

In den vergangenen fünf Jahren wurden 17 Millionen Euro in die Bäder investiert, zehn davon ins West- und fünf ins Haslacher Bad. Im Sommer muss noch eine im Lehener Hallenbad eine neue Lüftungsmaschine für 180 000 Euro eingebaut werden. "Der Gesamtzustand der Bäder ist jetzt wirklich gut", sagt Robert Grammelspacher, Betriebsleiter der Regio Bäder GmbH, die die Frei- und Hallenbäder betreibt.

Auch deshalb seien die Erhöhungen der Eintrittspreise gerechtfertigt, sagt der städtische Sportreferent Herbert Mayer. "Wir liegen mit unseren Preisen im oberen Mittelfeld, aber wir haben ja auch rundum sanierte Hallenbäder und die stolze Anzahl von acht Frei- und Hallenbädern", sagt Grammelspacher; nimmt man das Eugen-Keidel-Thermalbad hinzu, für das die Freiburger Kommunalbauten GmbH zuständig ist, sind es sogar neun.

Die Einzelkarte für Erwachsene kostet ab Mai 30 Cent mehr (künftig 4 Euro statt 3,70), ähnlich steigen die Preise für die ermäßigten Eintritte (2,70 Euro statt 2,50). So hat es der Gemeinderat beschlossen. Dürften diese achtprozentigen Erhöhungen angesichts der Sanierungen für Badegäste nachvollziehbar sein, so gefallen nicht allen die enormen Erhöhungen der Preise für Mehrfachkarten: Die 30er-Karte (2,50 Euro pro Badbesuch) wird es künftig gar nicht mehr geben, die stattdessen eingeführte 20er-Karte (3,40 Euro) wird, auf den Einzelpreis umgerechnet, um 36 Prozent teurer.

Badegäste wollen sich in diesem Monat noch mit 30er-Karten eindecken

Noch viel höher sind die Anhebungen bei der neuen 20er-Karte für Schüler, Studenten, Freiburg-Pass-Inhaber und Auszubildende: Kostete mit der 30er-Karte ein ermäßigter Badbesuch umgerechnet 1,25 Euro, so muss man für die 20er-Karte 2,30 Euro bezahlen – dies entspricht einer Steigerung um 84 Prozent. Die 10er-Karten werden um 19 (Erwachsene) und 31 Prozent (ermäßigt) angehoben. Die neuen Preise gelten ab Mai. So wird sich deshalb in den kommenden zwei Wochen noch so mancher mit Mehrfachkarten eindecken, wobei Grammelspacher noch keinen Ansturm auf die günstigen Tickets registriert hat. Bislang gebe es auch kaum Beschwerden wegen der Erhöhungen.

Doch bei einer BZ-Umfrage vor dem Haslacher Bad ärgerte sich Daniel Kumar (29): "Die Preiserhöhung ist eine Sauerei! Meine Partnerin und ich haben drei Kinder, wir gehen auch alle zusammen gerne mal ins Schwimmbad. Momentan kann ich es noch vor mir rechtfertigen, aber die neuen Preise werden mir finanziell schon weh tun." Vor dem 1. Mai will er noch ein paar 30er-Karten kaufen. Auch Tatjana Braun kündigt an, sich noch mit günstigen Tickets einzudecken. Und die dreifache Mutter Johanna Hellhake ärgert sich: "Wenigstens die Kinderpreise hätten sie so lassen können." Badegast Ralf Hornung findet die Erhöhungen hingegen vertretbar: "Es wurde ja auch viel renoviert. Wir zahlen lieber ein bisschen mehr für Bäder auf einem guten Stand."

Das Westbad ist ab Montag, 18. April, ab 14 Uhr geöffnet; der Eintritt (1 Euro) kommt dem Förderverein für krebskranke Kinder zugute; ab 14.15 Uhr gibt es Ansprachen, ab 15 Uhr ein umfangreiches Programm mit Aqua-Nordic-Walking und Aqua-Jogging und Fahrten mit dem Ocean-Scooter.

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Autor: Frank Zimmermann und Maria-Xenia Hardt