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22. Mai 2013 19:32 Uhr

Stadtteil Wiehre

Freiburgs erstes Studio für Hundefotografie hat eröffnet

Christian Hanner hat in Freiburg-Wiehre ein Fotostudio für Hunde eröffnet, das erste seiner Art in der Stadt. Bisschen verrückt, die Idee? Findet der 33-Jährige nicht. Auf sie kam der Diplom-Biologe durch seine Liebe zu Tieren, zur Fotografie – und zu Amor, seinem Boxer.

  1. Weißer Hund auf weißem Grund: Amor war Hanners erstes Fotomodell auf vier Pfoten. Foto: Christian Hanner (3)

  2. Cooler Krabbler vor der Linse: Fichtenrüsselkäfer gibt’s auch in Freiburg. Foto: Christian Hanner

  3. In der blauen Stunde erwischt: Rotgelbe Weichkäfer Foto: Christian Hanner

  4. Fotograf Christian Hanner Foto: Michael Bamberger

Das Wichtigste steht: Fotoausrüstung, Leinwand, Scheinwerfer, Näpfe für Wasser und Futter. Das frühere Versicherungsbüro in der Erwinstraße 1 hat sich zum Studio gemausert, fehlt nur noch ein Hinweis darauf im Schaufenster und ein Sofa für die zweibeinige Kundschaft. Ein Hundesofa gibt es schon, darauf fläzt Amor, das Modell mit der kalten Schnauze. Vor drei Jahren nahm Christian Hanner den weißen Boxerwelpen auf – und das Studio seinen Anfang. "Ich habe daheim auf’m Sofa Bilder von ihm gemacht", erzählt er. Und dann hat er sich mit Hundefotografie beschäftigt und gesehen: "In anderen Städten gibt’s sowas." Fotografieren selbst war da längst sein Ding.

"Ich war als Dreijähriger schon Zoologe." Christian Hanner
Bereits als Kind auf der Schwäbischen Alb haben Christian Hanner Tiere fasziniert. "Ich war als Dreijähriger schon Zoologe", sagt er während er Amor knuddelt. Er hatte Eidechsen und Mäuse, Aquarien und Terrarien und Katzen. Vor zehn Jahren kam Hanner nach Freiburg zum Biologiestudium. Vor allem Käfer hatten es ihm angetan, was ihn zur Makrofotografie brachte. Noch immer streift der Autodidakt durch Waldsee und Kaiserstuhl, die kleinen Krabbler im Sucher. Sie bleiben sein Hobby. Mit Hunden will er sich etwas aufbauen. "Es gibt Hundefotografen, die davon leben", weiß Hanner. "In Freiburg gab’s gar keinen." Bis jetzt.

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Der 33-Jährige hat Verständnis für Tier und Technik, die Stadt relativ viele Hunde und seiner Meinung nach auch potenzielle Klientel. Sie zahlt für ein bis zu zweistündiges Shooting im Studio knapp 100 Euro, 80 Euro in freier Wildbahn. Hanner hat beschlossen, es mit der Selbständigkeit zu versuchen. "Die ist natürlich ein Traum – sein eigener Herr sein." Auch weil sein Hund so mit zur Arbeit kann. Dass er zudem vorhat, aus seinem Bio-Diplom etwas zu machen, widerspricht dem nicht. Christian Hanner möchte gerne in die Freilandökologie, "das sind meist keine Fulltimejobs". Finanziell unabhängig ist der 33-Jährige ohnehin: Seinen Lebensunterhalt verdient er abends als Theker im "Schlappen".

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Autor: Simone Höhl