Freiburgs erstes Suppenkochbuch

Nikola Vogt

Von Nikola Vogt

Mi, 28. September 2011

Freiburg

Interkulturelles Frauenprojekt des Diakonievereins bringt ein internationales Kochbuch heraus.

Lina Bayrouti kommt gebürtig aus dem Libanon und lebt seit 2002 mit ihrer Familie in Freiburg. Yaosca P. De Rothmund wohnt seit 2005 in Freiburg, sie kommt aus Nicaragua. Und Chang-Chi Pink-Wan zog vor sechzehn Jahren von Taiwan nach Südbaden. Drei Frauen mit völlig unterschiedlichen Hintergründen. Doch eines haben sie gemeinsam: Sie kochen gerne. Darum haben sie sich an der Herstellung des ersten Freiburger Suppenkochbuchs beteiligt. Das enthält "Rezepte und Geschichten von Freiburgerinnen aus aller Welt".

Das Suppenkochbuch geht aus einem interkulturellen Frauenprojekt des Diakonievereins Freiburg hervor. Es wurde von einem Redaktionsteam bestehend aus acht Frauen unterschiedlicher Herkunft erarbeitet. Das Ergebnis: 50 Rezepte aus 21 Ländern.

"Das sind wahre Schätze, die in diesem Buch zusammengetragen sind", sagt Medienpädagogin Irene Schumacher. Sie hat vor etwa einem Jahr mit Melanie Beulich und Angelika Hägele vom Diakonieverein die Idee für das Kochbuch entwickelt. Schon bald haben sie dann in Einrichtungen wie Stadtteiltreffs über das Projekt informiert, und nur kurze Zeit später hatte sich das internationale Redaktionsteam um die drei zusammengefunden.

Neben allen acht Hobby-Redakteurinnen haben noch 42 weitere Frauen, beispielsweise aus deren Bekanntenkreis, ihre Lieblings-Suppenrezepte beigesteuert. So findet man neben der deutschen Kartoffelsuppe mit Würstchen eine chinesische Tomaten-Eier-Suppe oder eine brasilianische Nudelsuppe mit Huhn. Und nicht nur das: "Wichtig sind uns auch die Geschichten hinter den Rezepten. Welche Erinnerung an die Heimat das jeweilige Gericht mit sich bringt", sagt Schumacher. Daher gibt es zu jedem Rezept auch ein kleines Interview mit der Köchin, in dem neben dem Heimatland auch der Bogen zu ihrer neuen Heimat Freiburg geschlagen wird. So erzählt sie, was die Stadt für sie bedeutet oder wofür sie sich in Freiburg engagiert.

Chang-Chi Pink-Wan aus Taiwan sieht für ihre Landsleute noch eine ganz besondere Chance in dem Kochbuch: "Asiaten sind oft sehr schüchtern. Das Suppenkochbuch gibt uns eine gute Möglichkeit, uns zu präsentieren."

Ab dem 1. Dezember ist das Kochbuch für 10 Euro in der Buchhandlung erhältlich. Wer nicht so lange warten möchte, kann das Buch jetzt schon über den Diakonieverein (Dreisamstraße 3-5 oder unter Tel. 0761/36891167) bestellen.