Freiwillige Wehrleute mussten 2012 mehr als 500 Mal ausrücken

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Fr, 01. Februar 2013

Freiburg

Bei den Freiwilligen Feuerwehren hat im vergangenen Jahr sprichwörtlich die Luft gebrannt: 528 Einsätze haben die Männer und Frauen geleistet – so viele wie seit dem Jahr 1999 nicht mehr, als Orkan Lothar durchfegte.

Ab diesem Jahr wird ein brennendes Problem der Feuerwehrleute gelöst: Die Freiwilligen bekommen neue Schutzkleidung.

Es war ein brenzliges Jahr für die 17 Wehrabteilungen der Stadt. Und das nicht nur, weil sie so oft ausrücken mussten. "Die Zahl der Brandeinsätze nimmt zu", sagte Fachberater Christian Brauner bei der Wehrversammlung am Mittwochabend. Fast 6000 Stunden waren die Freiwilligen im Einsatz, etwa die halbe Zeit bei Bränden, die übrige bei technischen Hilfen, Fehlalarmen und Sicherheitswachen. Erstmals knackte eine Abteilung die Marke von 100 Alarmen im Jahr: Die Piepser der Stühlinger Wehr gingen 134 Mal runter – jeden dritten Tag. "Die Stadt wächst", erklärte Brauner das Plus. Zudem gibt es mehr "sensible" Gebäude, bei denen die Freiwillige gleich mit der Berufsfeuerwehr anrückt. Sie wurden neu eingestuft (Heime) und neu gebaut (UniKlinik). Dazu kamen Unwetter und Einsätze wie ein kleiner Chemieunfall und bei einem Musikstudenten, dessen Abschlussarbeit die Wehr rettete. 23 000 Stunden trainierte sie den Ernstfall. "Wie wichtig das ist, haben wir bei der Katastrophe in Titisee-Neustadt erfahren müssen", so Otto Neideck. Der Erste Bürgermeister sicherte Unterstützung zu. Der Gemeinderat hat ein neues Gerätehaus für Herdern und Zähringen beschlossen. "Und dieser Kamerad kostet um die 700 Euro", meinte Neideck mit Blick auf die Puppe in neuer Jacke und Hose.

Wehrleute finden keine bezahlbare Wohnung

Die Freiwilligen Feuerwehren hatten vor einem Jahr von der Stadt gefordert, endlich die alte Schutzkleidung zu ersetzen. Das wird in den nächsten drei Jahren passieren. Die neue Jacke entspricht neuesten Sicherheitsstandards und ist praktischer, auch weil der Rettungsgurt integriert ist. "Es ist eine Erleichterung", sagte Ralf-Jörg Hohloch. Die Jacke wiegt zwei Kilo weniger als die alte. Der Leitende Branddirektor ist in Freiburg Chef aller freiwilligen und hauptberuflichen Feuerwehren und lobte den Zusammenhalt. Stadtbrandmeister Reiner Ullmann zeigte sich mit 2012 zufrieden. Im Gegensatz zu anderen Freiwilligen Wehren haben die Freiburger keine "Not am Mann", was sie auf Jugendarbeit und Investition in Infrastruktur zurückführt. Sorgen macht dem Chef der Freiwilligen der Wohnungsmarkt: "Immer weniger junge Kameradinnen und Kameraden finden bezahlbaren Wohnraum." Ziehen sie ins Umland, fehlen sie den Innenstadt-Abteilungen.

Weil Heinz Haag immer da ist, wenn die Wehr ihn braucht, ehrte sie ihn mit der Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbands. Haag ist beim Garten- und Tiefbauamt unter anderem fürs Notfallmanagement und die B 31-Tunnel zuständig.

Einsätze: 2012 hatten die Freiwilligen Feuerwehren 528 Einsätze (Vorjahr 371) mit 5866 Stunden. 23 002 Stunden bildeten sich die Ehrenamtlichen fort.

Leute: Aktive 456 (+2), davon 21 Frauen, Jugendfeuerwehr 212 (-4), Musikzug 51 (+4), Ehrenabteilung 193 (-1).

Mehr Infos, Kontakte und Notfalltipps unter http://www.feuerwehr-freiburg.de