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23. Juli 2012

Gemeindehaus

"Freunde der Maienstraße 2" wollen Gebäudeflügel kaufen

Was wird aus dem Gemeindehaus bei der evangelischen Christuskirche in der Maienstraße in der Wiehre? Neue Vorschläge liegen vor.

  1. Das Gemeindehaus in der Maienstraße in der Wiehre Foto: schneider

Einer kommt vom Verein "Freunde der Maienstraße 2". Dieser bietet an – sollte der Stadtkirchenrat weiterhin einen Teil des Gebäudes veräußern wollen –, den rechten Flügel zu kaufen, um ihn für den Arbeitskreis Behinderter (ABC) zu erhalten. Außerdem soll das Haus in Kooperation mit dem renommierten Altbausanierer Willi Sutter schrittweise saniert werden.

Informationen zur Maienstraße 2 und zu anderen Immobilienprojekten gibt es heute bei einer Sondersynode des Stadtkirchenbezirks in der Friedenskirche zum neuen Leitungsgesetz der Evangelischen Landeskirche.

Willi Sutter hat schon viele Projekte saniert. Die von ihm gegründete Firma Domiziel GmbH mit Sitz in Titisee-Neustadt findet Wege, um denkmalgeschützte Gebäude kostengünstig zu renovieren. Ein Beispiel in Freiburg ist das frühere Gasthaus "Hirschen" in Ebnet. Das Besondere: Sozial Benachteiligte arbeiten bei der Renovierung mit und es entsteht Raum für soziale Angebote.

Der Freundeskreis strebt eine Kombination von Gemeindezentrum und sozialer Nutzung an, wonach das Diakonische Werk im Obergeschoss eine Kinderkrippe mit zwei Gruppen einrichten und die Geschäftsstelle der Evangelischen Sozialstation, die derzeit in der Dreisamstraße ist, in das Dachgeschoss einziehen würde. Der Gemeindesaal im Erdgeschoss mit Küche und Nebenräumen bliebe für die Gemeindeglieder aus dem Bezirk der Christuskirche erhalten, die zur Pfarrgemeinde Freiburg-Ost gehört. Bleiben kann dann auch der ABC.

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Die diesjährige Frühjahrssynode des Evangelischen Kirchenbezirks Freiburg im April hatte den Stadtkirchenrat beauftragt, die Varianten Eigenfinanzierung oder Teilveräußerung zu prüfen und für die Herbstsynode eine Beratungsvorlage zu erarbeiten. Demnach ist nun doch ein Diskussions- und Abwägungsprozess in Gang gekommen. Vor einem Jahr informierte die Kirchenleitung die evangelischen Christen in der Wiehre über die Absicht, Teile des Gemeindehauses zu verkaufen (dann würden Wohnungen in den Obergeschossen eingerichtet). Die Begründung: Eine Sanierung sei unumgänglich, aber nicht finanzierbar. Die Rede war von Kosten von rund 2 Millionen Euro, die für eine komplette Innen- und Außensanierung anfallen würden.

"Man hat es so dargestellt, dass es keine Alternative gibt. Und das bei einem Gebäude, das eine große Bedeutung für die Stadtgeschichte hat", kritisiert Hermann Hein, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild und Mitglied der Pfarrgemeinde Ost. 1896 als erstes evangelisches Gemeindehaus errichtet, war es von 1935 an einer der Treffpunkte des "Freiburger Kreises", einer Widerstandsgruppe gegen die Nazidiktatur.

Die Stadtsynode der Evangelischen Kirche in Freiburg tagt heute Montag, 18 Uhr, in der Friedenskirche, Hirzbergstraße 1. Hauptpunkt sind Informationen zum geplanten neuen Leitungsgesetz der Landeskirche, zudem geht es um den Stand der verschiedenen Immobilienprojekte.

Autor: Silvia Faller