Qualifizierungangebot

Friseurkurs hilft Flüchtlingen beim Start in den Arbeitsmarkt

Holger Schindler

Von Holger Schindler

Di, 06. Februar 2018 um 14:08 Uhr

Freiburg

Fünf Frauen und fünf Männer im Alter zwischen 29 und 46 Jahren haben mitgemacht, die Hälfte davon hat nun eine Lehrstelle oder eine Anstellung in einem Friseurbetrieb gefunden.

Das Qualifizierungsangebot "Haargenau", das der freie Freiburger Bildungsträger Verte-Akademie nach eigenen Angaben gemeinsam mit regionalen Jobcentern, der Arbeitsagentur, der Handwerkskammer und der Friseur-Innung Freiburg entwickelt hat, erfüllt offenbar seinen Zweck recht gut. Denn der sechsmonatige Kurs mit 390 Unterrichtsstunden und 300 Stunden Praktikum im Friseurbetrieb soll Flüchtlingen, die in der Heimat schon Berufserfahrung als Friseur gesammelt haben und einigermaßen Deutsch können (Sprachniveau B1/B2), den Start in den deutschen Arbeitsmarkt erleichtern.

"Die vorhandene Berufspraxis entspricht häufig nicht den Anforderungen einer Ausbildung in Deutschland" Sabine Becker, Obermeisterin der Friseur-Innung
"Die Teilnahme war eine sehr wichtige Erfahrung für mich", berichtet ein 34-jähriger Syrer, der lieber anonym bleiben will. Er habe seine Stärken zeigen können, aber auch gesehen, wo er fachlich noch Nachholbedarf habe. "Nun weiß ich, dass mir bis zum Abschluss noch ein langer Weg bevorsteht, aber auch, dass ich diesen Weg schaffen kann", so der Flüchtling.

Im April findet der Kurs nochmal statt

Im Kurs waren insgesamt fünf Teilnehmer aus Syrien und weitere aus dem Irak, dem Kosovo und aus Gambia. Bezahlt haben den Kurs die Jobcenter Freiburg, Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald. Zu den genauen Kosten macht die im Jahr 2008 gegründete Verte-Akadamie keine Angaben. Auf dem Lehrplan standen Grundtechniken des Haareschneidens. Sabine Becker, Obermeisterin der Friseur-Innung, ist zufrieden mit dem Kurs. "Die vorhandene Berufspraxis entspricht häufig nicht den Anforderungen einer Ausbildung in Deutschland", sagt sie, doch das Projekt "Haargenau" helfe den Teilnehmern und Betrieben, diese Lücken zu erkennen – und schließe sie schon ein Stück weit. Der Kurs soll im April ein zweites Mal an den Start gehen, wie Ildiko Vekony, die Chefin der Verte-Akademie berichtet.