Weihnachtszirkus

Dmitry Chernov jongliert im Circolo mit Gymnastikbällen

Bettina Gröber

Von Bettina Gröber

Do, 05. Januar 2017

Freiburg

Dmitry Chernov ist das klassische „Manegenkind“: Geboren und aufgewachsen in einer Zirkusfamilie, war für den 27-Jährigen aus Moskau von klein auf klar, welchen Weg er einschlagen würde: „Wenn man einmal im Zirkus ist, kommt man nicht mehr heraus“, lacht der junge Mann, der derzeit im „Circolo“ auf dem Messegelände auftritt.

Chernov beherrscht eine besonders schwierige Art der Jonglage, denn er benutzt dabei Gymnastikbälle – allein deren Umfang macht ihre Handhabung diffizil. Was für "Otto Normalverbraucher" vermutlich schon mit maximal drei Bällen ein echtes Kunststück ist, vollführt Dmitry Chernov mit bis zu neun Exemplaren: Dass er das Jonglieren mit dieser Anzahl von Gymnastik- oder auch Fußbällen schafft, macht ihn sogar zum Weltrekordhalter seines Fachs. Dabei begann die Karriere des Dmitry Chernov in einer ganz anderen Kategorie im Zirkus: Bis er sechs war, trat er drei Jahre gemeinsam mit Oleg Popov auf. "Der erste Mal mit dem Großen in der Manege als ’kleiner Popov’, das war schon ein Erlebnis", erinnert sich Chernov noch gern. Dann aber wanderten Leidenschaft und Interesse doch zum Jonglieren.

Seit er zwölf ist, tritt Dmitry Chernov als Solist auf. Das erste Mal in der Manege stand er schon zehn Jahre früher, gemeinsam mit seinem Vater auf einer Tournee mit dem Moskauer Zirkus.

Chernovs Künstlername lautet "Der Schamane", seine Manegen-Show hat einen magisch-mythischen Touch. Ganz in Schwarz, mit geisterhaft geschminktem Gesicht, tritt der Russe auf. Die Bälle, die durch die Luft fliegen, leuchten weiß, sobald er sie aus den Taschen an Beinen, Brust und Rücken zieht. "Das Jonglieren habe ich von meinem Vater gelernt", so der 27-Jährige. Valentin Chernov hatte sich auf Fußbälle spezialisiert.

Die besondere Show des "Schamanen" entstand bereits vor zwölf Jahren. Seitdem hat Dmitry Chernov damit mehrere Auszeichnungen bei Zirkusfestivals gewonnen.
"Das Jonglieren ist eine sehr spezielle Disziplin, da muss man permanent an sich arbeiten." Wenn er eine neue Nummer einstudiere, könne es schon vorkommen, dass er tagelang mit Üben beschäftigt sei. Mittlerweile betreibt er, parallel zur aktiven Karriere, ein Zirkusstudio in Moskau, von dem aus er für andere Künstler produziert und Shows oder Festivals kreiert. Einerseits baut der Artist damit schon für die Zeit nach dem Jonglieren vor. Daneben betont er: "Ich möchte mit meiner Produktionsarbeit auch den Nachwuchs unterstützen." Auch im Circolo ist Chernov nicht nur in der Manege präsent. Die Nummer der Gruppe "Jump ’n’ Roll", die auf Sprungfedern waghalsige Kunststücke vollführt, hat Dmitry Chernov ebenfalls choreografiert.

Der "Circolo" ist bis 7. Januar auf der Neuen Messe. Vorstellungen täglich 15 und 19 Uhr, am heutigen Donnerstag, 5. Januar, ab 19.30 Uhr Benefizveranstaltung "Glücksmomente". http://www.circolo-freiburg.de