Für eine demokratische Welt

Caroline Bingenheimer

Von Caroline Bingenheimer

Mi, 28. November 2018

Freiburg

Der Verein Amica und Filmemacher Peter Ohlendorf erhalten den Friedenspreis der Inta-Stiftung.

FREIBURG-VAUBAN. Der Verein Amica und der Freiburger Filmemacher Peter Ohlendorf teilen sich in diesem Jahr den nach Helga und Werner Sprenger benannten Friedenspreis. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung wurde zum fünften Mal verliehen. Damit würdigte die Inta-Stiftung wie in den Vorjahren eine Initiative sowie einen Preisträger für sein Lebenswerk.

Die Laudatio auf Ohlendorf, dessen Filme sich vor allem um Inklusion, um die Benachteiligung gesellschaftlicher Gruppen und um demokratische Werte drehen, hielt Ursula Sladek, Mitbegründerin des Ökostromanbieters Elektrizitätswerke Schönau: "Er ist ein politischer Filmemacher, der mit seinen Filmen etwas bewegen will." Seine Dokumentation "Blut muss fließen – Undercover unter Nazis" zeige beispielsweise, dass Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei.

Der Freiburger Verein Amica unterstützt seit 25 Jahren Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten. Zur Zeit leiste er Hilfe zur Selbsthilfe in Ländern wie dem Libanon, Libyen und der Ost-Ukraine, sagte Laudator Gernot Erler. "Je nach Bedarf werden die Frauen psychosozial, medizinisch oder auch rechtlich beraten", berichtete der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Staatsminister. Stellvertretend nahm das ehrenamtliche Vorstandsmitglied Ruth Meßmer den Preis entgegen. Der sei im Jubiläumsjahr "wie ein i-Tüpfelchen".

Freiburger zeichnen Freiburger aus

Neben Ursula Sladek und Gernot Erler gehörten der Jury auch die Stiftungsratsmitglieder Uwe Baumann und Peter Hermann sowie Helga Sprenger an. Deren verstorbener Mann Werner Sprenger war Schriftsteller und entwickelte die Meditationslehre Inta, nach der heute die Stiftung benannt ist, die seit 2014 den Friedenspreis vergibt. "Er soll Menschen, die sich für eine friedliche und demokratische Welt einsetzen, ehren", sagte Helga Sprenger.

Amica-Aktivistin Ruth Meßmer freute sich, dass ihr Freiburger Verein von einer Freiburger Stiftung ausgezeichnet wurde. "Das ist eine riesige Wertschätzung." Ähnlich ging es Filmemacher Ohlendorf: "Es ist einfach toll, hier in Freiburg als Freiburger ausgezeichnet zu werden." Gleichzeitig betonte er, dass auch hinter ihm ein ganzes Team stehe. Und er mahnte: "Wir brauchen einen respektvollen Umgang in unserer Gesellschaft. Ganz egal, welche Religion oder Herkunft jemand hat."