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14. Februar 2009 11:42 Uhr
Quorum deutlich verfehlt
Gebühren-Boykott an der Uni Freiburg gescheitert
Der Boykott der Studiengebühren an der Universität Freiburg ist gescheitert. Das notwendige Quorum wurde verfehlt, wie die Organisatoren mitteilten. Der Kampf gegen Studiengebühren gehe aber weiter.
In einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten die "gebührenFRei-Kampagne" und die Studierendenvertretung (u-asta) der Uni Freiburg, dass bis Freitag um 22 Uhr 1307 Studierende die Zahlung der Studiengebühren an der Universität Freiburg verweigert hätten. Als Mindestbeteiligung hatte man sich allerdings 2300 Personen gesetzt - das Quorum wurde folglich verfehlt. Wie außerdem mitgeteilt wurde, sollen die auf das Treuhandkonto eingegangenen Überweisungen nun an die Universitätskasse weitergeleitet werden, damit alle Beteiligten ordnungsgemäß und rechtzeitig zurückgemeldet sind.
Weshalb sich nicht ausreichend Studierende dem Boykott angeschlossen haben, lasse "sich nicht ohne weiteres beantworten", heißt es in der Pressemitteilung. U-asta-Vorstand Albrecht Vorster betreibt derweil aber erste Ursachenforschung: "Der gewichtigste Grund ist, dass durch die neuen Befreiungsregelungen bis zu 3600 weitere Studierende an der Universität Freiburg von Studiengebühren befreit sind. Bei zuvor ca. 14.000 zahlungspflichtigen erhöht das die selbstgesetzte Hürde der Mindestbeteiligung im Verhältnis deutlich."
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Damit verweist Vorster vor allem auf die "Geschwisterregelung", durch welche von mehreren Geschwistern mittlerweile höchstens zwei Studiengebühren zahlen müssen. Die Kritik an den Studiengebühren schwächt dies indes nicht, so seien "allein soziale Kriterien zur Studiengebührenbefreiung deshalb noch lange nicht in Sicht", kommentieren gebührenFRei-Kampagne und u-asta die neuen Regelungen. "Wer aus gutem Grund vollständig auf BaföG angewiesen ist, muss genauso viel Studiengebühren zahlen, wie derjenige, der das Geld auf der hohen Kante hat" fügt Jannis Seyfried, ebenfalls u-asta-Vorstand, an.
Obgleich die Mindestbeteiligung für den Boykott an der Uni nicht erreicht wurde, werten die Organisatoren die zurückliegenden Protestaktionen durchaus als Erfolg. So sei das Thema Studiengebühren auf vielfältige Art und Weise - seien es beispielsweise Demonstrationen, Diskussionen oder Vorträge - kritisch beleuchtet worden. Der Boykott-Aufruf sei nur eines von vielen Mitteln, um eine öffentliche Diskussion anzuregen. "Wir haben etwas zu sagen und wir sind dabei Mittel und Wege zu finden um gehört zu werden.", wird eine Studentin der Uni Freiburg zitiert.
Der Kampf gegen die Studiengebühren wird weitergehen. So seien die Planungen für das nächste Semester bereits in vollem Gange. "Bei einem Campus-Camp könnten sich Studierende und andere Interessierte mit Workshops, Diskussionsrunden und Vorträgen in die Thematik einfühlen", blickt Hermann Winterholler von der gebührenFRei-Kampagne voraus. "Spätestens in der bundesweiten Aktionswoche "Bildungsstreik 2009" im Juni geht es wieder für mehr Bildungsgerechtigkeit auf die Straße."
Autor: bz
