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27. Januar 2009
"Gebührenfrei" enttäuscht die Polizei
2000 Studierende protestierten gegen Studiengebühren / Einige Festnahmen am Schluss der Demo
Eine Kampagne braucht ein Logo. Und so prangte gestern Nachmittag auf Hunderten von gelben T-Shirts, auf Flugblättern, Transparenten und Mützen ein Hirn in einem durchgestrichenen Einkaufswagen – das Symbol der Freiburger Kampagne "Gebührenfrei", zu der sich Studierende aller Freiburger Hochschulen zusammengeschlossen haben.
Rund 2000 Menschen zogen nach Angaben von Polizei und Veranstaltern bei strahlendem Sonnenschein durch die Innenstadt – mit Musik und Sprechchören: "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut." Das Land spare Geld auf Kosten der Studenten, hatte deren Vertreter Albrecht Vorster zum Auftakt der Demonstration auf dem Platz der Alten Synagoge gerufen. Die Abschaffung der Studiengebühren in Hessen zeige:"Es lohnt sich, zu demonstrieren!"
Für den Protestzug war bundesweit geworben worden. Kerstin Konz ist mit 20 Mitstreitern von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg nach Freiburg gekommen: "Wenn gegen Studiengebühren demonstriert wird, sind wir dabei." Juri Heidenwag lässt sich selbst durch einen Bänderriss nicht abhalten, mit einer Hand stützt er sich auf die Krücke, in der anderen hält er ein Plakat: "Mit leerem Kopf nickt’s sich besser".
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Andi Wimmi hat schon bei den Protesten gegen die Einführung der Studiengebühren mitgemacht, inzwischen fehle ihm etwas der Elan, gibt er zu. "Ich finde Studiengebühren aber immer noch sozial ungerecht", sagt er, "gut, dass viele Jüngere da sind." Zu denen gehört der 17-jährige Jonathan Oesterle aus Kenzingen. "Ich habe vor zu studieren – und Angst, dass ich mir das nicht leisten kann." Die Demo zieht vorbei am Rektorat der Uni, am Siegesdenkmal bekommt ein Bronze-Soldat eine "Gebührenfrei"-Fahne in die Hand, in der Kaiser-Joseph-Straße werden Flugblätter verteilt, auf der Kronenbrücke blockiert der Zug kurz die Kreuzung.
Hier droht die Stimmung zu kippen: Polizei-Einsatzleiter Harry Hochuli fordert die Demonstranten mehrfach auf, die Kreuzung zu räumen, Polizisten in Kampfmontur stellen sich in Position, die Veranstalter erklären die Demo für beendet. Während sich die meisten Demonstranten wieder in Richtung Uni in Bewegung setzen, beginnt eine heftige Rangelei zwischen einer kleinen Gruppe und Polizisten; mehrere Blockierer werden herausgezogen und festgenommen.
Er sei "enttäuscht", dass sich einige Demonstranten nicht an Verabredungen gehalten hätten, erklärte Hochuli anschließend. Eine Protestzug sei eben nicht vollständig planbar, hielt ihm Vorster entgegen und resümierte: "Das war insgesamt eine sehr erfolgreiche Demo."
Fotoalbum auf http://www.badische-zeitung.de
Autor: Thomas Goebel
