Verein Wiwili-Freiburg

Gedenkfeier zum 30. Todestag von Berndt Koberstein - neue Mosaike auf dem Rathausplatz

Bastian Nill

Von Bastian Nill

Fr, 29. Juli 2016

Freiburg

Der Verein Wiwili-Freiburg trifft sich an der Gedenkstätte für den ermordeten Entwicklungshelfer Berndt Koberstein auf der Wiwili-Brücke. Parallel zur Gedenkfeier enthüllt Oberbürgermeister Dieter Salomon auf dem Rathausplatz neue Mosaike der jüngsten Partnerstädte.

"Liebevoll, konsequent und politisch fortschrittlich", so beschreibt Paula Bruhns (59), ihren engen Freund Berndt Koberstein an dessen Gedenkfeier zum 30. Todestag an der Gedenkstätte auf der Wiwili-Brücke am Freiburger Hauptbahnhof. Koberstein hatte sich nach dem Sturz der Diktatur in Nicaragua in den frühen 1980ern in Wiwili als Entwicklungshelfer engagiert. Am 28. Juli 1986 wurde er von Guerilla-Kriegern der "Contras" ermordet.

Mit Koberstein und der Freiburger Linken begann die Annäherung der beiden Städte; seit 2015 ist Wiwili nun offiziell Partnerstadt von Freiburg. Hierzu die zum Todestag von Koberstein aus Berlin angereiste Botschafterin Nicaraguas Karla Luzette Beteta: "Diese Partnerschaft ist ein Licht der Hoffnung; es ist wichtig, die Fahne zu heben für die Entwicklung der Völker."

Parallel zu der Gedenkfeier auf der Wiwili-Brücke enthüllte Oberbürgermeister Dieter Salomon auf dem Rathausplatz drei neue Mosaike der jüngsten Partnerstädte. Neben Wiwili sind jetzt auch Tel Aviv und das südkoreanische Suwon vertreten. "Wir sind sehr glücklich, dass die Weltstadt Tel Aviv und die Großstadt Suwon eine Verbindung zu uns gesucht haben", so Salomon. Besonderes Augenmerk lag am Donnerstag Nachmittag jedoch auf der Partnerschaft mit Wiwili. "Tode sind immer sinnlos, aber sie müssen nicht sinnlos bleiben", erinnert auch der Oberbürgermeister an die Ermordung von Koberstein. Salomon, der selbst 2004 und 2014 nach Wiwili gereist war, ist nun stolz auf die bestehende Freundschaft "von Herz zu Herz" zwischen Freiburg und Wiwili.

Die drei Mosaike sind vor dem Rathaus in ein Rheinkiesel-Rondell mit fast vier Metern Durchmesser eingelassen. In insgesamt fast 1000 Zeitstunden haben Auszubildende des Garten- und Tiefbauamtes die Mosaike erstellt. Sie zeigen unter anderem den hebräischen Namen der Stadt Tel Aviv, sowie die Festungsanlage Suwons. Das von Jamin Barahona aus Nicaragua entworfene Mosaik von Wiwili zeigt die Wahrzeichen der Stadt: Den Rio Coco, den Hausberg Mogoton und das Wappentier, die Blattschneide-Ameise.

Nächster Schritt in der Entwicklungshilfe für das mittelamerikanische Land sind Wasserprojekte in Nicaragua: "Mit insgesamt 200 000 Euro werden wir ärmste Dörfer bei Wiwili mit Wasser versorgen; es gilt Quellen in den Bergen zu finden und Leitungen zu legen", kündigt Günter Burger vom städtischen Referat für internationale Kontakte an.