Stadtplanung

Gestaltungsbeirat lobt verbesserte Entwürfe für drei Quartiersprojekte

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Sa, 02. Dezember 2017

Freiburg

In der jüngsten Sitzung des Gestaltungsbeirats hat sich das Gremium neben den umstrittenen Neubauten in der Quäkerstraße im Stadtteil Wiehre mit drei Bauprojekten beschäftigt, die alle schon einmal auf der Tagesordnung des Gestaltungsbeirats standen und die noch einmal überarbeitet wurden. Die Entwürfe seien besser geworden, lobten die fünf Beiräte – wenngleich sie im Detail immer noch nicht ganz zufrieden waren.

Quartiersmitte "Auf der Haid": Im Gebiet "Auf der Haid", das an das Gewerbegebiet Haid angrenzt, soll an der Ecke Hurstweg/Rankackerweg eine Quartiersmitte entstehen. Investor ist die IBA Immobilien aus Baden-Baden. Im ersten Entwurf hatte dem Gestaltungsbeirat das "Rückgrat" des Platzes gefehlt. Denn das hintere Gebäude zum benachbarten Umspannwerk war nur einstöckig. Das Gremium wünschte sich eine einheitlichere Lösung. Diese habe das Architekturbüro Kühnl + Schmidt aus Karlsruhe nun umgesetzt, lobte der Gestaltungsbeirat die neuen Pläne, dadurch habe der Entwurf gewonnen – wenngleich eine durchgehend viergeschossige Bebauung eigentlich ursprünglich nicht vorgesehen war. Der Investor hat bei einigen Gebäudeteilen noch einmal draufgesattelt und zusätzlich unter anderem eine Arztpraxis in dem Komplex untergebracht. Diese müsse unbedingt im Erdgeschoss des Zwischenbaus angesiedelt werden, meinte der Gestaltungsbeirat. Dort sind derzeit einige Privatzimmer von einer vorgesehenen betreuten Wohngruppe geplant. Dadurch drohe jedoch die Gefahr, so sagte Gestaltungsbeiratsvorsitzende Jórunn Ragnarsdóttir, dass die Fläche "kein wirklich öffentlicher Platz" für das Quartier werde. Dann sei das ursprüngliche städtebauliche Konzept konterkariert.

Rennweg: Komplett verändert haben sich die Planungen für ein Gebäude, das die städtische Tochtergesellschaft Freiburger Stadtbau (FSB) an der Ecke Stefan-Meier-Straße/Rennweg in Herdern errichten will. Dass dort überhaupt gebaut wird, hat einen ungewöhnlichen Hintergrund: Auf dem Grundstück sollen Parkplätze für einen weiteren Neubau entstehen, den die FSB in der gegenüberliegenden Dreiecksfläche plant. Da ein reines Parkhaus als Platzverschwendung angesehen wurde, plante Architekt Friedemann Roller aus Breisach ein Gebäude mit zwei Parkebenen und vier Wohnetagen. Dem Gestaltungsbeirat hatte das gar nicht gefallen, er wünschte sich einen ganz schlanken, aber dafür höheren "Solitär". Das wurde jetzt umgesetzt: Die neuen Pläne sehen ein achtgeschossiges Gebäude vor, die Autos für beide Neubauten verschwinden unter der Erde. Dafür gab’s vom Gestaltungsbeirat viel Lob – für eine perfekte Planung wünschte sich das Gremium im Erdgeschoss des Neubaus noch eine öffentliche Nutzung, etwa ein Café.
Wohnhäuser Elsässer Straße: Bei vier ebenfalls von der FSB geplanten Wohnhäusern am westlichen Ende der Elsässer Straße im Stadtteil Mooswald hatte dem Gestaltungsbeirat im ersten Entwurf die Gleichförmigkeit der Gebäude nicht gefallen. In den neuen Plänen hat das Freiburger "Architekten-Atelier Thoma" die Häuser anders angeordnet – allerdings immer noch nicht ganz so, wie vom Gestaltungsbeirat vorgeschlagen. Nicht aufgegriffen wurde zudem der Wunsch des Gremiums, dass alle Häuser vier Etagen bekommen. Auch im neuen Entwurf hat das westlichste Gebäude ein Stockwerk mehr. Der Gestaltungsbeirat plädierte noch einmal an Architekten und Bauherr, dies anzupassen.