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09. November 2016

Gesucht werden jetzt drei Täter

Johanneskirchen-Fall: Polizei hat am Dienstag Flugblätter verteilt.

  1. Blumen und Kerzen erinnern an den 51-Jährigen, der an zentraler Stelle an der Johanneskirche angegriffen worden war. Foto: Thomas Kunz

Im ungeklärten Fall des von Unbekannten getöteten Mannes an der Johanneskirche geht die Polizei nun von drei statt von vier Tätern aus.Vier Wochen nach der Tat fehlt immer noch eine heiße Spur. Der 51-Jährige war nach dem Wildpinkeln zunächst beleidigt und dann attackiert worden. Zeugenhinweise sind bei der Polizei bislang nur sehr spärlich eingegangen. Jetzt erst suchen die Ermittler die Täter mit einem Flugblatt, das am Dienstag rund um die Johanneskirche verteilt und in dort ansässigen Behörden ausgehängt wurde.

Der Vorfall sich am Mittwoch, 12. Oktober, am helllichten Tag zwischen 15 und 16 Uhr ereignet. Jetzt gibt es einige neue Erkenntnisse. Bislang ging die Polizei von vier Tätern aus. Nach Zeugenbefragungen hat sich diese Zahl geändert. Die Ermittler glauben nun, dass es drei Männer waren, die den 51-Jährigen so traktiert haben, dass er wenig später an seinen schweren inneren Verletzungen gestorben ist. Deswegen ermittelt die Polizei wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Hinweise gibt es bislang nur wenige. Aussagen liegen der Polizei ausnahmslos von Obdachlosen vor, die sich regelmäßig auf dem Platz aufhalten. Durch deren Beobachtungen hat sich nun auch die Zahl von drei Tätern ergeben. Die Täterbeschreibung ist geblieben: Zwei Männer sollen etwa 30 Jahre alt, schlank und groß sein. Der Dritte wird als Anfang bis Mitte 50 und leicht untersetzt beschrieben. Es soll sich um südländische aussehende Männer gehandelt haben. Mehr weiß man über die Tatverdächtigen bislang nicht.

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Sämtliche Informationen zu dem Fall hat die Polizei auch noch einmal auf einem Flugblatt gebündelt, das im Laufe des Dienstags im Bereich Johanneskirche verteilt und das auch im gegenüberliegenden Amt für öffentliche Ordnung ausgehängt worden ist. Abgebildet ist auf dem Flugblatt auch der Tatort. Es geht um den kleinen Platz mit der Telefonzelle. Das Frappierende daran: Der Ort des Geschehens an der Ecke von Günterstal-/ und Basler Straße liegt quasi auf dem "Präsentierteller", ist gut von mehreren Seiten einsehbar. An der Ecke befinden sich auch Ampeln, an denen immer Fußgänger oder Radfahrer warten oder die Fahrspuren und Schienen kreuzen. An der gegenüberliegenden Straßenbahnhaltestelle warten gerade um die betreffende Tageszeit viele Nahverkehrsnutzer. Doch kein Passant, der etwas Verdächtiges beobachtet hatte, hat sich bislang bei der Kripo gemeldet. "Eigentlich muss irgendjemand etwas gesehen haben", sagt Polizeisprecherin Laura Riske.

Obduktion brachte Klarheit

Der Fall an der Johanneskirche ist eine von mehreren schweren Straftaten in Freiburg, die für großes Entsetzen in der Bevölkerung gesorgt haben. Dass es sich überhaupt um ein Gewaltverbrechen handelt, wäre fast unentdeckt geblieben. Ein Arzt hatte auf dem Totenschein zunächst eine natürliche Todesursache protokolliert, ehe es auf Intervention des Sohnes des Verstorbenen noch zu Obduktion in der Rechtsmedizin kam. Die stellte Gewalteinwirkung als Ursache für die inneren Verletzungen zweifelsfrei fest.

Die Polizei bittet Zeugen, die Angaben zum Geschehen vom 12.Oktober im Bereich der Johanneskirche machen können, sich unter Tel. 0761/882-5777 mit der Kriminalpolizei in Verbindung zu setzen.

Autor: Joachim Röderer