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27. Oktober 2010 20:33 Uhr
Bildungsstreik
Gleisbesetzung: Fehlende Reife
Die Idee, das ICE-Gleis im Freiburger Hauptbahnhof zu besetzen, war von erschreckender Blauäugigkeit. Die jungen Menschen brachten sich selbst in Lebensgefahr. Das war kein Spiel mehr, auch wenn fröhliche Leute trommelten und tröteten.
Als am 9. Juni rund 200 junge Menschen, darunter auch Kinder, spontan Gleis 1 besetzten, um für eine bessere Bildungspolitik zu demonstrieren, trieben sie den Verantwortlichen von Bahn und Polizei den Angstschweiß auf die Stirn. Die Aktion war nicht nur für Hunderte von Reisenden ärgerlich, sondern höchst gefährlich für die Demonstranten selbst. Das war kein Spiel mehr, auch wenn fröhliche Leute trommelten und tröteten.
Freilich, ein Widerstand, den niemand spürt, ist wirkungslos. Doch wer es für legitim hält, seinem Anliegen mit illegalen Aktionen Nachdruck zu verleihen, sollte auch bereit sein, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Einigermaßen merkwürdig ist es, dass sich jetzt der unabhängige Studierendenausschuss der Pädagogischen Hochschule empört, weil die Polizei die Straftaten verfolgt und auch jene Blockierer zur Rechenschaft zieht, die noch nicht volljährig sind.
Ein Gleis zu blockieren, ist von anderer Qualität, als sich an einen Baum zu ketten. Wer sich und andere derart in Gefahr bringt, kann nicht darauf hoffen, dass die Justizbehörden ein Auge zudrücken. Das vermeintliche Räuber-und-Gendarm-Spiel offenbart nicht nur ein ordentliches Maß an Unrechtsbewusstsein, sondern auch fehlende Reife. Und vielleicht sollte das Curriculum der Pädagogischen Hochschule um ein paar Seminare in Recht und Staatsbürgerkunde erweitert werden.
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Autor: Uwe Mauch
