Innenstadt

Großbaustelle am Martinstor: Freiburger Hof wird umgebaut

Simone Höhl

Von Simone Höhl

So, 26. Mai 2013 um 19:00 Uhr

Freiburg

Bis Ende Oktober bleibt die Humboldtstraße in der Freiburger Altstadt gesperrt: Ein historischer Gebäudekomplex nahe des Martinstors wird umgebaut. Dabei machen die Handwerker alte Bausünden wett.

Die Baustelle ist eröffnet, die Humboldtstraße gesperrt: Der Freiburger Hof beim Martinstor wird umgebaut. Der historische Gebäudekomplex erhält eine neue Dachkonstruktion, die jetzige ist noch ein Provisorium aus der Nachkriegszeit. Auch gegenüber sind Handwerker kräftig zugange: Sie machen am ebenfalls denkmalgeschützten Gebäude alte Bausünden wieder gut.

"Wir werden etwa fünf Monate brauchen." Matthias Sasse
Bauzäune versperren bis Ende Oktober die Humboldtstraße in der Altstadt. Nur für Fußgänger bleibt ein schmaler Durchlass. Der Rest wird für die Umbauarbeiten am Freiburger Hof benötigt. "Wir werden etwa fünf Monate brauchen", sagt Matthias Sasse, Chef der gleichnamigen Immobilien GmbH. Sie ist mit dem Objektmanagement des Gebäudes betraut, in dem unter anderem Starbucks eine Filiale hat. Der Freiburger Hauseigentümer baut nun das Dach aus. Ein Mieter, die Firma Reservix, expandiert. Zudem gibt es einen neuen Aufzug und ein Facelifting. Die Fassade der "graubraunen Maus" wird aufgewertet, sagt Sasse. Der Sandstein wird ausgebessert und gestrichen. Zur Investitionssumme sagt er nichts.

Taxistand muss ausweichen

Die Arbeiten dürften Bauzaungäste locken: Aufs Dach kommt eine neue Holzkonstruktion; ein Kran hievt 20 Meter lange, gebogene Elemente hoch, die zusammengesetzt werden. "Wie ein umgekehrter Schiffsbug", erklärt Architekt Richard Stoll. Vorteile der Konstruktion mit 600 Quadratmeter Fläche: keine Stütze im Raum, keine lange Bauzeit. Das 1944 zerstörte Dach hatte ein Provisorium ersetzt. Das neue Mansardendach wird wieder Gauben haben. Der Denkmalschutz war beim Planen mit im Boot.

Der Taxistand wurde von der Humboldt- in die Kaiser-Joseph-Straße verlegt. Der neue Platz war noch nicht ausgewiesen, als der alte weg war, sonst lief aber alles einvernehmlich, sagt Werner Weeck, Chef der "Taxi Freiburg 55 55 55 GmbH". Die Taxen stehen jetzt in Richtung Fußgängerzone und müssen zur Abfahrt auf den Straßenbahngleisen wenden. Die andere Seite der Kajo wäre nicht besser, so Weeck: Da müssten sie bei der Anfahrt wenden, und es gäbe weniger Plätze. Sieben sind es nun vor Hosen-Strohmaier und Jeans-Land. Ob sich das auf seine Geschäfte auswirkt, kann Andreas Wolf noch nicht beurteilen. "Grundsätzlich freuen wir uns, wenn das Quartier noch schöner wird."

Auch in der Kaiser-Joseph-Straße 256 wird gewerkelt

Dazu soll die Baustelle in der Kaiser-Joseph-Straße 256 beitragen. Wo "Mr. Sub" Sandwiches verkauft hat, frisst sich der Meißel in die Fassade. Das Erdgeschoss war einst umgebaut und dabei die Statik verändert worden. "Das war nicht denkmalschutzgerecht", sagt Jörg Gisinger. Der Geschäftsführer der Firma Gisinger, der das Haus gehört, hat im Stadtarchiv recherchiert. Früher waren die Schaufenster oben halbrund, da wurden Stahlträger eingezogen. "Das Haus gehört zum Martinstorensemble, es genießt höchsten Denkmalschutz", erklärt Gisinger. Das Erdgeschoss soll soweit es geht zurückgebaut werden. Die Stahlträger bleiben, aber es gibt neue Schaufenster. Der Eingang wird wieder von der Ecke weg verlegt, die Fassade mit Sandstein verkleidet. Im Haus werden Heizung, Elektrik, Technik und Treppenhaus erneuert, der Brandschutz verbessert und alles in allem 450 000 Euro investiert, sagt Jörg Gisinger. Den Laden soll das Herren-Modelabel "Camp David" wieder eröffnen, geplant ist der 13. Juli.

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