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04. Februar 2010 09:02 Uhr
Wenig Verkehrsbehinderungen
Gut auf den VAG-Warnstreik eingestellt
Der Warnstreik bei den Freiburger Verkehrsbetrieben scheint sich bisher nicht besonders stark auszuwirken. Die Bevölkerung hat sich offenbar rechtzeitig darauf eingestellt, dass Busse und Straßenbahnen nicht fahren.
Am Freiburger Hauptbahnhof war gegen 8 Uhr auf den Bahnsteigen und in der Eingangshalle nicht viel mehr los als an normalen Tagen. Passanten auf dem Weg in die Innenstadt erzählten, dass sie kurze Strecken, für die sie normalerweise die Tram nehmen, nun halt zu Fuß gegangen seien.
Mehr Autos unterwegs als sonst
Auch am Park+Ride-Platz in der Sundgauallee war früh am Morgen nicht viel vom Warnstreik zu spüren.
Stop and Go stadteinwärts
Dass sich manche Autofahrer trotzdem auf Stop and Go einstellen müssen, wie Karl-Heinz Schmid sagt, ist an der Kreuzung Basler Straße/Eschholzstraße zu spüren. Dort lief der Verkehr aus und in alle Richtungen seit 8 Uhr spürbar schleppender als sonst. Vor allem stadteinwärts bildete sich eine längere Autoschlange. Auch die Autofahrer, die von der Eschholzstraße kommen, brauchten mehr Geduld als üblich.
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Wenig Fahrgäste in den Umlandbussen
Der Streik wirkte sich auf den Andrang bei den Umlandbussen der Linien 1 und 15 aus. Normalerweise steigen die Fahrgäste an der Hornusstraße und der Paduaallee in die Straßenbahnen um. Da diese nicht fuhren, entschieden sich viele, gleich ganz aufs Auto zu setzen. Die Folge: etwa 70 Prozent weniger Fahrgäste als sonst, schätzte ein Busfahrer der Linie 31 an der Haltestelle Paduaallee.
Streikposten am VAG-Zentrum
Seit 4.30 Uhr ist der Streikposten am VAG-Zentrum besetzt. Zehn bis 15 Leute halten in Wechsel dort die Stellung. Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der VAG, Hubert Burgert, musste am Morgen noch einige seiner Kollegen, die in dieser Woche noch keinen Dienst hatten, informieren, dass die Busse und Straßenbahnen heute stillstehen. Erst am Dienstag hatte Verdi die Warnstreiks nach den gescheiterten Verhandlungen beschlossen. Die Mehrheit der rund 700 VAG-Beschäftigten sei aber informiert gewesen und nehme an der Kundgebung in Stuttgart teil. Das bestätigt auch Gabriele Fieback von Verdi.
Für den Tarifvertrag Nahverkehr (TVN) fordern die VAG-Mitarbeiter einen bezahlten Freizeitausgleich für den 24. und den 31. Dezember, die Übernahme der Auszubildenen und die Erweiterung der Altersteilzeit. Gegen 17 Uhr treffen die Streikenden aus Stuttgart wieder in Freiburg ein.
Situation im Land
In ganz Baden-Württemberg sind Zehntausende von den Folgen des Warnstreiks betroffen. Auf den Bundesstraßen B10 und B27 staute sich der Verkehr in Richtung Stuttgart auf mehreren Kilometern länge, ebenso auf den Straßen in und um Karlsruhe. In den nicht bestreikten S-Bahnen in der Landeshauptstadt herrschte drangvolle Enge.
Vom Ausstand bei den Bus- und Stadtbahnfahrern waren nach Schätzungen 300 000 Menschen in Stuttgart betroffen. Viele der rund 180 Stuttgarter Kindergärten in der Landeshauptstadt waren geschlossen. Auch im Stuttgarter Klinikum waren die Mitarbeiter nur in Notdienstbesetzung tätig.
Begonnen hatte der Aktionstag von Verdi in Ulm. Dort legten Bus- und Straßenbahnfahrer mit Beginn der Frühschicht um 4.00 Uhr ihre Arbeit nieder.
(Stand 12.17 Uhr, weitere Informationen folgen)
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Autor: Britta Kuck, Bernd Landwehr, Peter Disch
