Drei Fragen an

Gwendolin Widmann gibt Aktzeichnenkurse – für Jugendliche

Jennifer Reyes

Von Jennifer Reyes

Sa, 13. Januar 2018 um 18:18 Uhr

Freiburg

Im Programm des Jugendbildungswerkes bietet die Jugendkunstschule dieses Jahr wieder neu einen Aktzeichnenkurs für junge Erwachsene an. Drei Fragen an die Kursleiterin Gwendolin Widmann.

Im Programm des Jugendbildungswerkes bietet die Jugendkunstschule dieses Jahr wieder neu einen Aktzeichnenkurs für junge Erwachsene an. Jennifer Reyes traf Kursleiterin Gwendolin Widmann und befragte sie zu ihrer Motivation für den Kurs und den Umgang mit viel nackter Haut.

BZ: Warum bieten Sie gerade für Jugendliche einen Aktzeichenkurs an?

Widmann: Neben meiner Tätigkeit als selbstständige Künstlerin mit Auftragsarbeiten in Grafik und Design bin ich Tätowiererin und leite den Anfängerkurs im Manga-Zeichnen über die Jugendkunstschule. Es gab schon einmal einen Aktzeichenkurs bei der Jugendkunstschule und da ich das schon immer einmal unterrichten und selbst wieder üben wollte, habe ich einfach angefragt. Aktzeichnen ist deshalb sinnvoll, da es hilft, schnell das Skizzieren zu lernen und in kurzer Zeit Fortschritte zu bemerken. Ein Aktzeichenkurs nur für Jugendliche ist schwierig durchzuführen, weil so junge Leute sich meistens nicht so lange konzentrieren können. Daher dauert jede Kurssitzung drei Stunden.

BZ: Aktzeichnen bedeutet das Skizzieren des nackten Körpers. Für Jugendliche kann das mit Scham verbunden sein. Wie schätzen Sie die Reaktionen der Jugendlichen auf die Modelle ein?
Widmann: Meistens fangen Jugendliche beim Erwähnen von Aktzeichnen zu kichern an. Doch im Kurs herrscht eine andere Atmosphäre. Da kann ich aus eigener Erfahrung als Aktmodell sagen, dass einen niemand äußerlich bewertet, da das Modell nur als Objekt betrachtet wird. Am Anfang sind alle noch nervös, doch der Körper wird für die Übungen nur abgescannt und es ist normal, dass da jemand unbekleidet steht. Die Jugendlichen beschäftigen sich mit dem Thema Sexualität, und wenn man selber locker ist und das Sexuelle nicht aufputscht, bleiben alle anderen entspannt und natürlich.

BZ: Wie viel nackte Haut ist zu sehen?

Widmann: Beim Aktzeichnen liegt das Hauptaugenmerk auf den Proportionen, Formen, Muskeln und Schatten des Körpers. Das Interessante zu zeichnen ist die Anatomie. Haut wird auch zu sehen sein, aber ich werde die Aktmodelle in keine obszönen Posen setzen, sondern mit Alltagsposen anfangen, die leicht zu zeichnen sind. Es kommt immer auf die Modelle und das Alter der Kursteilnehmer an. Das werde ich dann abschätzen. Eine Überlegung ist, am Anfang des Kurses mit Stoff oder Kleidung zu arbeiten. Andererseits könnte ich auch gleich mit nackten Modellen beginnen. Ich bin da ganz offen und entspannt. Die beiden Aktmodelle sind Freundinnen von mir und wir sind ein eingespieltes Team. Ich werde beim ersten Treffen einfach abschätzen und die Typen von Teilnehmern erst einmal kennenlernen und auf Vorkenntnisse achten. Alles weitere ergibt sich dann von selbst.

Gwendolin Widmann, 25, ist Tätowiererin und selbstständige Künstlerin.

Ihr Aktzeichenkurs findet an fünf Terminen vom 17. Januar bis 21. Februar mittwochs von 18 bis 21 Uhr in der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule, Kirchstr. 4 in der Wiehre, statt. Kosten: 48 Euro plus Materialgebühr. Plätze sind noch frei. Anmeldungen gehen an das Jugendbildungswerk auf http://www.jbw.de oder telefonisch Tel. 0761/919-790.