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13. Oktober 2017

Pilzschäden

Hausschwamm hat Augustinermuseum stärker befallen als erwartet

Pilzschäden im Augustinermuseum: Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob sich der dritte Bauabschnitt und damit die Sanierung des Augustinermuseums weiter hinauszögert und zusätzliche Kosten verursacht.

  1. Im zweiten Obergeschoss des Augustinermuseums muss der vom Echten Hausschwamm befallene Putz entfernt werden. Der Pilz wurde während laufender Bauarbeiten am Mauerwerk entdeckt. Foto: F. Bilger/Stadt Freiburg

Der Echte Hausschwamm hat das ehemalige Konventgebäude des Augustinerklosters stärker befallen als erwartet. Der Putz wurde teilweise bereits entfernt, Holzbalken erneut geprüft und mit Holzschutzmitteln behandelt. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob sich der dritte Bauabschnitt und damit die Sanierung des Augustinermuseums weiter hinauszögert und zusätzliche Kosten verursacht. Zudem hat das Rathaus ein auf dem Schadstoff-Gutachten basierenden Sicherheits- und Gesundheitsplan wegen Differenzen mit dessen Autor verworfen.

Der im Frühjahr zunächst auf dem Dachstuhl massiv aufgetretene Echte Hausschwamm ist mittlerweile auch an anderen Stellen im dritten Bauabschnitt entdeckt worden. Das bestätigt Toni Klein, Sprecher der Stadtverwaltung. Betroffen sind demnach besonders die alten Gemäuer im Dachgeschoss und im Zweiten Obergeschoss. Laut Senel Yüksel-Oppel vom Gebäudemanagement (GMF) werden immer wieder Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt. So wird von Fachleuten befallener Putz sowie befallenes Holz entfernt, erklärt die Projektleiterin der Sanierung. Zudem müssten auch die nicht vom Hausschwamm betroffenen Holzbalken nochmals statisch ertüchtigt und zusätzlich mit vorbeugenden Holzschutzmitteln behandelt werden. Von den Holzbalken hatte man zu Beginn der Sanierung wie üblich nur Stichproben genommen. Nun würden sie umfänglich geprüft. Um diese Holzbalken sanieren zu können, muss auch die denkmalgeschützte Stuckdecke im ersten Obergeschoss aufwendig abgestützt und gesichert werden, damit keine Risse entstehen.

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Immer wieder treten auch andere Arten von Pilzen auf der Baustelle auf, etwa Braun- und Weißfäule. Das sei bei alten Gebäuden jedoch nicht unüblich, bestätigen auch Experten. Spätestens im Dezember, so Stadtsprecher Toni Klein, könne man sagen, ob die Sanierung im Zeitrahmen bleibt und 2020 abgeschlossen wird oder sich weiter hinauszögert und zusätzliche Kosten verursacht.

Auszuschließen sei beides nicht, so Klein. Eine Gefahr für Menschen sei der Echte Hausschwamm jedoch nicht. Die Bauarbeiter seien auch keinen gefährlichen Schadstoffen ausgesetzt. Der zwischenzeitliche Verdacht, dass sich wegen eines gefundenen Schadstoffes eine Baufirma wegen Bedenken zurückgezogen habe und ein Mitarbeiter erkrankt sei, konnte nicht bestätigt werden. Dank des Gutachtens seien bereits vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten einige Schadstoffe bereits erkannt und ausgebaut worden.

Darauf fußend ließ das GMF einen Sicherheits- und Gesundheitsplan für die im dritten Bauabschnitt beteiligten Firmen in Auftrag geben. Dieser Plan wurde wegen "fachlicher Differenzen" im August jedoch zurückgezogen, sagt Toni Klein. Genauer ausführen wolle man das von Seiten der Stadtverwaltung nicht. Nur so viel: Der Autor des Plans soll von früheren Angaben des Museums ausgegangen sein und so letztlich keine passenden Vorgaben gemacht haben.

Seit einigen Wochen gilt ein neu angefertigter Gesundheitsplan. Nach BZ-Informationen soll dieser nicht so streng formuliert sein wie der erste. Die Mitarbeiter der beteiligten Firmen müssen im Gebäude jedoch weiterhin Schutzkleidung tragen. Die derzeit im dritten Bauabschnitt tätigen Zimmereien setzen diese Maßnahmen zum Schutz und für die Sicherheit nach eigener Aussage auch um. Das sei allerdings auch bei anderen Baustellen nicht anders, sagt einer, der dort arbeitet.

Autor: Fabian Vögtle