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02. März 2010 18:38 Uhr

Energiebilanz

Heizen für draußen: Mit der Wärmebildkamera durch Freiburg

Die Wärmebildkamera bringt es an den Tag. In manchen markanten Gebäuden in Freiburg wird zum Fenster hinaus geheizt. Ein Rundgang durch die Stadt mit dem Thermografen Jörg Pohlhaus.


Morgens um 8 Uhr, Universitätsbibliothek, früher auch bekannt als Stadthalle. Es ist ein kalter Wintermorgen. Das Thermometer zeigt minus fünf Grad, der Himmel ist bedeckt. "Ideale Bedingungen für die Thermografie", sagt Jörg Pohlhaus, der 30 Meter entfernt vom Haupteingang der UB 1 steht. Der Diplom-Ingenieur aus Leipzig hält eine Wärmebildkamera in der Hand und richtet sie auf das Gebäude. Im Display erscheinen farbige Umrisse der Stadthallen-UB: Sehr viel rot, viel grün und gelb, wenig blau. So sehen Wärmebilder beachtlicher Energieschleudern aus.

Von Rot bis Blau

Anhand des Wärmebildes kann man feststellen, an welcher Stelle eines Gebäudes Energie verloren geht und wie gut ein Haus isoliert ist. Das Wärmebild zeigt durch verschiedene Farben die Oberflächentemperatur an den unterschiedlichen Stellen des Gebäudes. Die 30 000 Euro teure Infrarotkamera verwandelt Wärmestrahlung in elektrische Signale. Rote Töne entsprechen warmen Flächen, blaue Töne kalten. Das Gegenstück zur Stadthalle findet Pohlhaus, als er sich um 180 Grad dreht und die neue Mehrfamilienhäuser des Alten Messplatzes in den Sucher nimmt. Hier überwiegt eindeutig blau – wie bei den neuen Gebäuden auch nicht anders zu erwarten.

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Viele Schwachpunkte

Von November bis März hat die Thermografie Saison. Der Diplom-Ingenieur Pohlhaus arbeitet für das Leipziger Unternehmen Delta, das im Auftrag von Energieversorgern in ganz Deutschland Wärmebilder für deren Kunden anfertigt. Badenova bietet den Service für 90 Euro an. Das Angebot wird gerne angenommen: "In Zeiten steigender Energiepreise ist jeder Hausbesitzer interessiert, an seinem Haus etwas zu machen und Schwachstellen aufzudecken", meint Pohlhaus.

Schwachstellen finden sich auch auf der weiteren Tour durch Freiburg: Das Badenova-Gebäude schneidet ganz ordentlich ab, das Alte Rathaus dagegen schwächelt wie neuere Gebäude des Verwaltungshauptsitzes in der Stadtmitte, aber auch das BZ-Haus an der Bertoldstraße gibt Wärme nach außen ab.

Klare Ansatzpunkte

Pohlhaus fotografiert jedes Gebäude von allen Seiten – vom Sockel bis zum Dach. Wärmebilder seien für die Hausbesitzer meist nur ein Einstieg in ein Sanierungsprojekt pro Klimaschutz: "Ein ausführliches Gutachten können sie natürlich nicht ersetzen", sagt er. Aber durch die Farbenspiele der Wärmekamera weiß jeder Hausbesitzer schnell, ob es Handlungsbedarf gibt.

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Autor: Joachim Röderer