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22. November 2016

Preisverleihung

Helga-und-Werner-Sprenger-Friedenspreis würdigt Engagement für Verständigung und Gemeinschaft

Zwei Preisträger teilen sich in diesem Jahr die Auszeichnung: Der Emmendinger Helmut Reibold wurde gewürdigt, ebenso wie der Verein "Zusammen leben"

  1. Die Friedenspreisträger und ihre Laudatoren Foto: Thomas Kunz

  2. Der Helga-und-Werner-Sprenger-Friedenspreis wurde verliehen. Foto: Thomas Kunz

Zeichen gegen Gewalt, für Verständigung und ein offenes Miteinander sollen seit 2014 mit der Verleihung des Helga-und-Werner-Sprenger-Friedenspreises ausgezeichnet und gefördert werden. Zum dritten Mal wurde die mit 5000 Euro dotierte Ehrung am Sonntag im Stadtteilzentrum Vauban verliehen.

Auch in diesem Jahr teilen sich zwei Preisträger die Auszeichnung: Gewürdigt wurden der Einsatz des Emmendingers Helmut Reibold für die deutsch-israelisch-palästinensischen Beziehungen sowie die Arbeit des Vereins "Zusammen leben", die sich auf die Integration Geflüchteter konzentriert.

Das Datum der Preisverleihung war in den Geburtsmonat Werner Sprengers gelegt. Der Preis wird von der Inta-Stiftung ausgelobt, die nach der von Sprenger begründeten Meditation benannt ist. Acht Bewerbungen und vier Nominierungen habe es diesmal gegeben, sagte Stiftungsratsmitglied Uwe Baumann zu Beginn der Feier vor rund 50 Gästen. Die Entscheidung traf die fünfköpfige Jury, der neben Baumann die beiden anderen Angehörigen des Stiftungsrats, Helga Sprenger und Peter Herrmann, sowie der Bundestagsabgeordnete Gernot Erler und Ursula Sladek vom Netzwerk EWS Schönau angehörten. Eindeutig sei das Votum ausgefallen, so Baumann. Damit habe man bei der Entscheidung einmal mehr das Engagement vor Ort gewürdigt.

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Die Laudatio auf Helmut Reibold hielt Gernot Erler. Reibold, Jahrgang 1938 und mittlerweile pensioniert, verankerte als Oberstudiendirektor der Gewerblichen Schulen in Emmendingen seit Mitte der 1980er-Jahre den Austausch mit israelischen und palästinensischen Schulen. 2008 entstand daraus die Städtepartnerschaft zwischen Emmendingen und dem israelischen Council Drom Hasharon. 28 Schülerinnen und Schüler nehmen jedes Jahr teil, 14 aus Emmendingen, je sieben aus Israel und einer Schule in der Nähe von Bethlehem. Das Preisgeld, kündigte Helmut Reibold in seiner Dankesrede an, werde "ganz für das Projekt verwendet".

Der Verein "Zusammen leben" bietet Menschen, die als Geflüchtete nach Freiburg gekommen sind, die Möglichkeit, unkompliziert Leute vor Ort kennenzulernen. Dafür gibt es die Online-Plattform "Zusammen essen, denken und leben". Diese Art der "frischen, zeitgemäßen Formate" und die "integrative, friedensstiftende Arbeit" des Vereins hob Laudatorin Ursula Sladek hervor. Aus dem Kreis der rund 50 engagierten, meist jungen Menschen waren fünf zur Friedenspreis-Verleihung gekommen. "Wir sind eigentlich eine Graswurzel-Bewegung, Menschen, die einfach machen", meinte Johanna Dangel. Dass das Engagement des Vereins durch die Ehrung "mit dem großen Wort des Friedens in Verbindung gebracht" werde, habe sie und ihre Mitstreiter erst einmal innehalten lassen – "aber es ist schön, dass das Thema auch von dieser Seite betrachtet wird".

Autor: Bettina Gröber