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02. März 2009 19:37 Uhr

Brandstiftung

Hexentalschule Merzhausen: 2 Millionen Schaden – Zündler haften

Bis zu zwei Millionen Euro könnte der Brandschaden an der Hexentalschule in Merzhausen betragen, die zwei Teenager aus Freiburg in der Nacht zum Samstag angezündet haben. Für die Zündler könnte die Tat richtig teuer werden.

  1. Für die Teenager, die den Brand an der Hexentalschule Merzhausen legten, kann dies ein juristisches – und eventuell – finanzielles Nachspiel haben. Foto: Patrick Seeger

Die Versicherung könnte sich über den Zeitraum von 30 Jahren wenigstens einen Teil des Schadens begleichen lassen. Und: Den beiden droht eine Jugendstrafe wegen Brandstiftung. Zwei 16 und 17 Jahr alte Jungen aus Freiburg haben zugegeben, das Feuer gelegt zu haben. Sie sind nicht Schüler der Schule – und sie stammen auch nicht aus Vauban oder dem Gebiet westlich der Merzhauser Straße in der Unterwiehre.

Voraus ging ein Gelage

Am Montag ist die Kripo mit einem der beiden geständigen Teenager noch mal am Tatort gewesen. Nach BZ-Informationen hatte in der Nacht zum Samstag eine größere Gruppe auf dem schwer einsehbaren Schulgelände ein Trinkgelage veranstaltet. Dann haben die Jungen ein Fenster der Schule eingeschlagen, dieses geöffnet und sind so in die Schule eingestiegen, wohl auf der Suche nach weiterem Alkohol. Im Bereich des Kiosks müssen sie dann das Feuer gelegt haben – wie dies geschah ist nicht bekannt.

BGV kann sich an di e Brandstifter halten

Der Schaden wird der Gemeinde Merzhausen vom Badischen Gemeinde Versicherungsverband (BGV) ersetzt werden, erklärt Günter Fröhlich, der Leiter des Schadensabteilung des BGV in Karlsruhe. Allerdings müssen die 16 und 17 Jahre alten Jugendlichen für den Schaden haften. Dazu kann sich die Versicherung über ein Schuldanerkenntnis einen Rechtstitel holen – und dann bis zu 30 Jahre lang sich den Schaden wenigstens teilweise von den beiden Brandstiftern ersetzen lassen. "Über den Beiden schwebt jetzt ein Damoklesschwert", erklärte Fröhlich. Allerdings sagt er auch: "Wir wollen keine Existenzen vernichten".

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Die Eltern müssen nicht haften. Das wäre nur bei jüngeren Kindern der Fall, wenn die Aufsichtspflicht verletzt worden wäre. Vieles hängt nun vom Ausgang des Strafverfahrens ab – und davon, ob die Tat als vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung gewertet wird. Wäre es Fahrlässigkeit, könnte vom BGV die Haftpflichtversicherung der Jungen herangezogen werden. Das könnte in diesem Fall die Haftpflichtversicherung der Eltern sein - falls die Jugendlichen noch mitversichert sind.

Brandstiftung gilt juristisch als Verbrechen

Auch strafrechtlich drohen den Zündlern Konsequenzen. Brandstiftung gilt nicht als Vergehen, sondern als Verbrechenstatbestand. Für Erwachsene gelte eine Mindeststrafe von einem Jahr, sagt Staatsanwalt Michael Mächler.

Bei Teenagern werde allerdings das Jugendstrafrecht angewendet. Bei einem Urteil wird es darauf ankommen, ob sie zum ersten Mal vor dem Richter stehen oder schon eine Vorgeschichte mitbringen. Als maximales Strafmaß gilt fünf Jahre Jugendstrafe für Brandstiftung und bis zu zehn Jahre Jugendstrafe, wenn sie wegen schwerer Brandstiftung verurteilt werden würden.

Autor: Joachim Röderer