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13. Januar 2011 16:54 Uhr

Tanken

Hoher Spritpreis: Freiburgs Autofahrer taktieren an der Zapfsäule

Die Spritpreise sind so hoch wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Darauf reagieren auch Freiburgs Autofahrer: Sie tanken öfter kleinere Mengen – um dann vollzutanken, wenn der Preis wieder um ein paar Cent nachgibt, so die Hoffnung.

  1. An der Tankstelle sind die Spritpreise so hoch wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Es gibt deutliche Preisunterschiede in Freiburg. Foto: Ingo Schneider

Es geht derzeit rauf und dazwischen immer mal wieder ein bisschen runter mit dem Spritpreis an Freiburgs Tankstellen (Online-Preisvergleich). Der Liter Superbenzin knackte in den vergangenen Tagen zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren wieder die 1,50-Euro-Marke. Ein BZ-Foto-Preisvergleich im Freiburger Stadtgebiet unter 16 Tankstellen ergab am Donnerstagvormittag Unterschiede von acht Cent bei Super und neun Cent bei Diesel zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter. Der niedrigste Preis lag am Mittag bei 1,459 Euro für Super und 1,289 für Diesel, der teuerste bei 1,539 und 1,379.

Sabine Diebold aus Vogtsburg am Kaiserstuhl hat auf der Fahrt nach Freiburg genau auf die Preisanzeigen der Tankstellen am Weg geschaut. Sie betankte ihren Citroen schließlich an der Clean-Car-Tankstelle an der Lembergallee (Westrandstraße) im IG Nord, die am Donnerstag zur Mittagszeit mit zwei anderen Stationen den besten Preis in Freiburg bot. "Am Kaiserstuhl war es sieben Cent teurer", berichtete Sabine Diebold.

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Montags günstiger tanken

Eine Zapfsäule weiter steht Ralf Siegel mit seinem Passat – er ist zurückhaltend, was die Menge an Sprit anbelangt. "Ich mache den Tank am Montag voll, wenn es wieder günstiger ist", erzählt er. Und Elektromeister Michael Schneider ist an zwei Tankstellen vorbeigefahren, ehe er da einbog, wo es am billigsten war: "Es lag aber auch am Weg", schmunzelte er. Er tankte nur für 20 Euro, weil er auch auf günstigere Preise am Montag und Dienstag hofft. Dann schicke er auch seine Mitarbeiter mit den Firmenfahrzeugen zum Tanken.

Dass die Autofahrer die Kosten genau im Auge haben, weiß Georg Dieckhoff vom Freiburger Clean-Car-Management. An der Tanksäule werde taktiert und spekuliert. Wenn der Preis um ein paar Cent nachgebe, reiche die Schlange der Wartenden manchmal bis hinaus auf die Straße, sagt Dieckhoff. Die Tankstellenbetreiber müssen es nehmen, wie es kommt – sie haben keinen Einfluss auf die ratternden Zahlen auf den Preistafeln: "Das ist eine Schraube, an der wir nicht drehen."

Was wird mit E10?

Früher hielten die Preise oft einmal mehrere Tage oder manchmal sogar eine Woche. Heute ändern sie sich täglich: "Es ist manchmal nicht mehr nachvollziehbar, wie sich die Märkte bewegen", berichtet Christian Schulz, Geschäftsführer von Extrol in Freiburg. Seine Tankstellen bieten auch alternative Kraftstoffe wie Erdgas oder Autogas an – die Nachfrage sei aber eher gering und nehme auch in der Green City nicht wirklich zu.

Auch für die Tankstellenbetreiber ist es eine Zeit der Ungewissheit. Denn in den nächsten Wochen müssen sie den neuen Biosprit E10 einführen – das ist Superbenzin, das zu einem Zehntel aus Bioethanol besteht. Christian Schulz zweifelt, wie andere Experten auch, dass E10 der Umwelt wirklich hilft. "Wir versuchen die Einführung so lange wie möglich hinauszuzögern, weil es eine mittlere Katastrophe geben wird", sagt er. Denn durch E10 steige der Spritverbrauch um etliche Prozent. Zudem ist der neue Ökokraftstoff nicht für alle Fahrzeuge geeignet. Wer falsch tankt, bekommt ein großes Problem: "Es wird Tränen nach dem Tanken geben", prophezeit Schulz. Viele Autofahrer seien mangels ausreichender Information verunsichert. Und auf die Tankstellenbetreiber kommen hohe Investitionen zu, weil sie die Tanksäulentechnik für den neuen Kraftstoff umrüsten müssen. Der Sprit ist nämlich aggressiver gegen Leitungen und Ventile.

Wird Super teurer?

Noch ist offen, was E10 kosten wird. Allerdings gilt für die Mineralölfirmen eine vom EU-Gesetz vorgeschriebene Bioquote. Danach müssen 6,25 Prozent des Kraftstoffabsatzes auf nachwachsenden Rohstoffen basieren. Um den neuen Biosprit für den Kunden interessant zu machen, wird er wohl günstiger verkauft werden als das jetzige Super. Dessen Preis könnte also weiter steigen. Das sagte am Donnerstag auch ein entnervter Kunde an der Zapfsäule: "Mit E10 wird alles noch viel schlimmer".

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Autor: Joachim Röderer