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24. Februar 2009
"Ich bin die Älteste im Arche-Hausverein und von Anfang an dabei"
Seit einem Jahr wohnt Freia von Kajdacsy im Sonnenhof und ist mit dem ersten Freiburger Mehr-Generationen-Projekt zufrieden
Freia von Kajdacsy wohnt seit einem Jahr im "Sonnenhof", einem Wohnprojekt des Fördervereins Arche für gemeinschaftliches und generationsübergreifendes Wohnen. Der Arche-Hausverein im "Sonnenhof" verfügt über 13 Wohnungen mit je 45 Quadratmeter für eine Person beziehunsweise 60 Quadratmeter für zwei Personen. Da die Wohnungen auch mit Geld des sozialen Wohnungsbaus finanziert wurden, kann nur Mieter werden, wer einen Wohnberechtigungsschein hat und seit mindestens zwei Jahren in Freiburg wohnt.
Freia von Kajdacsy, eine agile, zierliche, jünger wirkende Endsechzigerin, erzählt: "Ich bin die Älteste im Arche-Hausverein und von Anfang an dabei." Es sei ein sehr langer Prozess gewesen. 2004 wurde das Modell vorgestellt. Ein halbes Jahr lang dauerte es, bis die Kerngruppe sich gebildet hatte, und dreieinhalb Jahre bis zum Einzug, eine sehr aufregende und arbeitsintensive Zeit. "Es war immer Kampf, der Kontakt zu den Behörden, zu den Banken, die Sorge um die Direktkredite, ständig Umwälzungen, Termindruck und auch immer Ängste, ob es klappt." Ihre Ausbildung als Innenarchitektin war dabei sehr nützlich, denn dadurch konnte sie immer zwischen den Architekten und den künftigen Bewohnern vermitteln und die Grundrisse mitgestalten.
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Gerade als der Grundstein gelegt wurde, gab es aus vielerlei Gründen Veränderungen in der Kerngruppe. Erst da entstand die Idee, junge Leute in das Projekt aufzunehmen: Ein-Eltern-Familien mit kleinen und etwas größeren Kindern.
Das Miteinander von Jung und Alt klappt gut, für alle ist es eine Selbstverständlichkeit, sich gegenseitig zu helfen. Als sie zum Beispiel von ihrem Arzt in die Klinik eingewiesen und mit dem Rettungswagen abgeholt wurde, bemerkte das eine Nachbarin und war schon kurz nach der Einlieferung in der Notfallaufnahme. Sie informierte die Nachbarn, Freunde und Verwandten. Als Freia von Kajdacsy von der Klinik nach Hause kam, erwartete sie ein Blumenstrauß vor der Wohnung.
Die Älteren unterstützen die Jüngeren bei der Kinderbetreuung. Leon, ein Siebenjähriger, kommt gern zu ihr, wenn der Papa mal keine Zeit hat, und freut sich, wenn er mit ihr und einem ihrer "Leih-hunde" spazieren gehen darf. "Ich bin Leons Wahloma", berichtet sie lachend, "und am vergangenen Donnerstag haben wir Nachwuchs bekommen – einen gesunden Jungen." Alle waren plötzlich eine große Familie, wollten helfen und freuten sich auf das Baby.
Bei ihrem Einzug habe sie sich mehr Gemeinschaftlichkeit gewünscht, mehr gemeinsame Unternehmungen, Musizieren, Tanzen. Doch da gingen die Interessen von Jung und Alt auseinander. Die jungen Mütter wollen im Sommer mit ihren Kindern baden gehen, die Älteren lieber wandern. Freia von Kajdacsy glaubt aber, dass jetzt nach einem Jahr des Etablierens die Zeit für mehr Gemeinsamkeit, das Einbringen von Ideen kommen könne. Das Haus bietet sich in seiner Architektur mit seinen Laubengängen und dem Innenhof für ein Miteinander geradezu an. Überhaupt sei die Architektur gelungen, die Wohnungen lichtdurchflutet, mit Parkett und Fußbodenheizung. "Wo gibt es das im sozialen Wohnungsbau," sagt Freia von Kajdacsy stolz – und sieht richtig zufrieden aus.
Autor: Aufgezeichnet von Heide Pasquay
