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18. Februar 2009

"Ich wollte Freiburg etwas zurückgeben"

Drei Fragen an: Hartmut Stiller, Mitbegründer von Historix-Tours, zu Geheimnissen auf dem Alten Friedhof

  1. Hartmut Stiller Foto: Bamberger

Hartmut Stiller (41), Mitbegründer der Freiburger Historix-Tours, liebt es, den Geheimnissen des Alten Friedhofs nachzuspüren und die Geschichte der dort begrabenen Persönlichkeiten zu entdecken. 2003 hat er aus seiner Leidenschaft die Lesereihe "Friedhofs-Literatur" geschaffen. In der St.-Michaels-Kapelle auf dem Alten Friedhof präsentierte er sechs Jahre lang in insgesamt 85 Veranstaltungen die Ergebnisse seiner Recherchen. Im März finden nun die letzten Lesungen statt. Mit Anna Blattner sprach er über Anfang und Ende seiner geliebten Veranstaltungsreihe.

BZ:Wie kamen Sie auf die Idee, gerade auf dem alten Friedhof Lesungen anzubieten?

Stiller: Ich beschäftige mich schon lange mit den alten Gräbern dort und habe immer wieder Freunde und andere Leute dort herumgeführt und Touren über den Friedhof organisiert. Es hatte sich viel Material angesammelt, das ich verwerten wollte. Ein zweiter Punkt war, dass ich Interesse hatte, in der Kapelle, die sonst geschlossen ist, etwas zu machen. Weiter wollte ich auch an Freiburg etwas zurückgeben, da ich mit den Touren mittlerweile meinen Lebensunterhalt verdiene. So kam alles zusammen und da fand ich es ganz spannend, gerade auf dem alten Friedhof solch eine Reihe zu etablieren. Meine Kollegen und ich haben dann selbst recherchiert. Teilweise war es schwierig, aber auch sehr spannend.

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BZ: Gibt es ein Geheimnis auf dem Friedhof, das Sie (noch) nicht lüften konnten?

Stiller: Natürlich das Geheimnis um das berühmte Blumengrab, auf dem seit über 140 Jahren täglich frische Blumen liegen. Da gibt es viele Theorien. Zum einen heißt es, da soll irgendein Spuk vorgehen. Dann erzählten uns Anwohner, dass als sie noch klein waren die Eltern immer sagten, sie sollen schauen, ob da Blumen liegen und wenn nicht, dann sollten sie dort welche hinlegen. Ich habe auch schon erlebt, dass eine ältere Dame Blumen dort niedergelegt hat. Selbst als der Friedhof nach dem Sturm Lothar geschlossen war, wurde das Grab mit Blumen geschmückt. Es gibt schon noch einiges und ich hätte auch sehr viel Lust, über Personen, die noch unbekannt sind, etwas herauszufinden. Es ist einfach spannend, Legenden zu hinterfragen und zu schauen, ob sie auch so stimmen, wie sie erzählt werden.

BZ: Warum begraben Sie nach sechs Jahren die "Friedhofs-Literatur"?

Stiller: Zum einen sollte die Reihe zeitlich begrenzt bleiben. Zum anderen war es mühsam, jemanden dafür zu begeistern, vor allem, wenn wir unbekannte Personen vorstellten. Außerdem haben wir alle quasi ehrenamtlich gearbeitet. Wir haben viel aus der eigenen Tasche bezahlt.

Die letzten Veranstaltungen finden am 1.3. um 16 Uhr, am 13.3. und 14.3. jeweils um 19 Uhr, und am 15.3. um 16 Uhr und um 19 Uhr in der St.-Michaels-Kapelle auf dem Alten Friedhof statt. Weitere Hinweise zum Programm auf http://www.historix-tours.de oder info@historix-tours.de. Vorverkauf: BZ-Kartenservice, Reservierung unter 0179 1160722.

Autor: ahb