"In Ebnet ist heile Welt kein Selbstläufer"

Arwen Stock

Von Arwen Stock

Di, 08. Januar 2019

Freiburg

Beim Neujahrsempfang ging es um Weltpolitik sowie Ortsgeschehen wie Brückenabriss, Dreisamhallensanierung und Schulerweiterung.

FREIBURG-EBNET. Ungewöhnlich politisch deutlich ist der katholische Pfarrer, Johannes Kienzler, in seiner Ansprache beim Neujahrsempfang Ebnet am Sonntag geworden. Mit Verweis darauf, dass die Fraktion der AfD als Beschwörerin des "christlichen Abendlands" nach der Linkspartei die wenigsten Kirchenmitglieder im Bundestag habe, rief er die Anwesenden im vollbesetzten Pfarrsaal auf: "Lasst uns aufstehen gegen alle, die Grenzen ziehen." Die Botschaft des Leiters der Seelsorgeeinheit Freiburg-Ost war: "Die Kinder dieser Welt kennen keine Grenzen."

"Eine lange Tradition" hat laut Ortsvorsteher Bernhard Sänger der gemeinsame Neujahrsempfang der kirchlichen und politischen Gemeinde in Ebnet, zu dem Bürger, Vereinsvertreter, Ortschaftsräte, Pfarrgemeindemitglieder und zahlreiche Lokalpolitiker ins katholischen Pfarrheim gekommen waren. Sänger zeigte sich vor allem stolz, dass 2018 die "unendliche Geschichte" für den neuen Sportplatz Ebnet ein gutes Ende gefunden habe. 2019 stünden als Herausforderungen an: die Sanierung der Dreisamhalle und die Erweiterung der Feyel-Grundschule. Als er verkündete, dass im Mai zudem die Eschbachbrücke in der Ortsmitte abgerissen werde und die Bauzeit ein Jahr betrage, ging ein Raunen durch den Saal. "Intelligente Lösungen" für die Umfahrung sind laut Sänger dann gefragt. Mit Blick auf die große Welt betonte der Ortsvorsteher: "Bei uns in Ebnet ist heile Welt, die ist aber kein Selbstläufer."

Im Namen von Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn wünschte die Umwelt-Bürgermeisterin Gerda Stuchlik, außer der auch acht Freiburger Stadträte den Weg zum Ebneter Neujahrsempfang gefunden hatten, allen ein gutes neues Jahr. Persönlich wünschte sich Stuchlik 2019 "eine größere politische Dynamik, weniger Streit und mehr Lösungen".

Von Januar bis April werde im Gemeinderat der städtische Doppelhaushalt 2019/20 diskutiert und dann beschlossen. Die Ebneter forderte sie auf, sich an diesem Prozess zu beteiligen. Dass Ebnet mit der Sanierung der Dreisamhalle und der Erweiterung der Feyel-Schule darin vertreten sei, sei dem großen Engagement von Ortsvorsteher Sänger zu verdanken.

Stuchlik rief dazu auf, sich mit dem Thema Neubaugebiet Dietenbach auseinanderzusetzen und beim anstehenden Bürgerentscheid zur Wahl zu gehen. Insbesondere Frauen seien angesichts 100 Jahren Frauenwahlrecht dazu aufgefordert, nicht nur zur Kommunalwahl zu gehen, sondern sich auch selbst dabei zu engagieren. Ziel solle sein, dass Frauen 50 Prozent der Listen besetzen. Zudem sprach sie über Handlungsbedarf beim Klimaschutz und das Stadtjubiläum 2020.

Etwas wehmütig wünschte Kappels Ortsvorsteher Hermann Dittmers in seinem Grußwort eine weiterhin gute Zusammenarbeit der Ortschaften, denn dieser war der letzte Neujahrsempfang mit ihm als Nachbarortschef. Dittmers tritt im Mai 2019 als Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in seiner Heimatgemeinde Verden an. Der Kappler Neujahrsempfang findet am Sonntag, 13. Januar, ab 12.15 Uhr im dortigen Pfarrheim statt. Die Neujahrswünsche des evangelischen Pfarrers der Auferstehungsgemeinde Littenweiler überbrachte Peter Ludwig. Er verwies auf den Beginn der ökumenischen Bibelwoche am 27. Januar. Eingangs hatte Michaela Reinhardt als Sprecherin des katholischen Pfarrgemeindeteams den Neujahrsempfang Ebnet eröffnet. Ulrike Schwörer hatte dann als Vorsitzende des Gemeindeteams auf die Erarbeitung eines neuen Leitbilds 2018 zurückgeblickt und auf die Vorbereitungen zur Pfarrgemeinderatswahl 2020 verwiesen.