Bilanz

Insgesamt ruhige Silvesternacht in Freiburg – Schlägereien am Bertoldsbrunnen

Bettina Gröber und BZ

Von Bettina Gröber & BZ-Redaktion

So, 01. Januar 2017 um 11:11 Uhr

Freiburg

Freiburg ist weitgehend friedlich in das neue Jahr gestartet. Dafür sorgte auch die flächendeckende Polizeipräsenz. Die Beamten hatten vor allem mit Schlägereien am Bertoldsbrunnen zu tun.

Es war ein lauter, aber doch in weiten Teilen gesitteter Jahreswechsel, den die Menschen in der Freiburger Innenstadt gefeiert haben: Eine erste Bilanz der Polizei verzeichnet zwar mehrere Schlägereien und kleinere Brände – generell sei "viel los gewesen" – , jedoch "nichts, was über das übliche Maß hinausgegangen wäre". Auch das Verbot von Böllern und Feuerwerk auf dem Münsterplatz sei eingehalten worden, so die Auskunft am Sonntagmorgen.

Diese Angaben der Polizei decken sich mit dem, was man vor Ort in der Zeit vor und nach Mitternacht erleben konnte. Einer der seit jeher neuralgischen Punkte: die Zone rund um den Bertoldsbrunnen in der Stadtmitte. Hier lieferten sich verschiedene Gruppen bereits weit vor dem Jahreswechsel regelrechte "Duelle" mit Krachern und Raketen. Zu rund zehn Schlägereien kam es in der gesamten Nacht im Stadtgebiet. Dies ist laut Polizei in etwa die Menge, die es auch in einer normalen Samstagnacht gibt.

Die Präsenz der Polizei war in der Stadt unübersehbar

Unbeteiligte, die in der Innenstadt unterwegs waren, machten bisweilen einen Bogen um das Geschehen. Viele erlebten das Ganze jedoch trotz Querschlägern und Lärm relativ gelassen: Zwar möge sie Silvester generell nicht, meinte etwa Maren Hof (29), die zusammen mit Ehemann Christian (33) aus Horb zum Feiern nach Freiburg angereist war, "ich zucke bei jedem Böller zusammen". Generell empfinde man jedoch keinerlei Ängste: "Ich denke, dass das Polizeiaufgebot hier und auch in anderen Städten zum Sicherheitsgefühl beiträgt", so Christian Hof.

In der Tat war die Präsenz der Beamten in Freiburg zwar nicht übermäßig auffällig, aber unübersehbar. An zentralen Punkten waren stets Polizistinnen und Polizisten und Einsatzwagen zugegen – sei es an der Stadtbahn- und Wiwilí-Brücke, am Stadttheater oder eben in entsprechender Anzahl am Bertoldsbrunnen.

Schlägereien nach Mitternacht am Bertoldsbrunnen

Während rund um Mitternacht inmitten von Raketenrauch und hohem Geräuschpegel etwa am Augustinerplatz oder rund um den Bahnhof allgemeine Feierstimmung, aber keine Aggression zu beobachten war, kam es am Bertoldsbrunnen kurz vor halb eins gleich zu zwei Vorfällen.

Laut Polizei ereignete sich um 0.20 Uhr eine Schlägerei mit mehreren Beteiligten, die sich gegenseitig verletzten. Dabei habe es sich um Kurden und Türken gehandelt. Um 0.25 Uhr wurde bei einer weiteren Auseinandersetzung ein Mann mit einer Flasche im Gesicht verletzt. Zwei Beschuldigte – laut Polizei waren sie Iraker – wurden festgenommen.

Beim zweiten Vorfall konnte man als Augenzeuge gut das schnelle Eingreifen der Ordnungshüter beobachten: Nahezu zeitnahe Präsenz am Ort des Geschehens, die beiden Beschuldigten wurden nach kurzer Zeit bereits in Handschellen abtransportiert, während Beamte beim Verletzten waren und erste Hilfe leisteten. Zugleich wurden die umstehenden Menschen beruhigt und vom Tatort ferngehalten, ehe sich nach dem Eintreffen eines Rettungswagens die allgemeine Situation schnell wieder beruhigte.

Die generelle Stimmung scheint eine positive gewesen zu sein

Überhaupt scheint die generelle Stimmung der Menschen in Freiburg eine positive, vor allem auch angstfreie gewesen zu sein. Auch vor dem Hintergrund einschneidender Ereignisse im Jahr 2016 kamen die, die sich zum Feiern in die Stadt aufgemacht hatten, in der richtigen Silvesterlaune an: "Wir haben keine Angst", betonten etwa die drei Studentinnen Kirsten Hartmann (19), Lea Köhler (20) und Christin Lippold (20), die sich von einer Ferienwohnung im Stadtteil Zähringen aus in die City aufgemacht hatten.

Unsicherheit sei sie ohnehin "gewohnt", erzählte Lea Köhler: "Ich habe einen freiwilligen ökumenischen Friedensdienst ein Jahr lang in Israel geleistet". Und auch ihre Freundinnen zeigten sich ausschließlich guter Dinge: "Wir erwarten einfach, dass gut gefeiert wird", so Kirsten Hartmann. Ihre und die Erwartungen der allermeisten Menschen in Freiburg wurden offenbar, so das erste Fazit am Sonntagvormittag, in der Tat erfüllt.

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