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13. September 2012

Start am 20. Oktober

Jüdische Kulturtage: Zwei Wochen mit vielfältigen Angeboten

So vielseitig und geballt wurde jüdische Kultur in Freiburg bisher nie geboten: Am 20. Oktober beginnen die Jüdischen Kulturtage.

  1. Vor 25 Jahren wurde das jüdische Gemeindezentrum eingeweiht, nun ist es ein Ort der Kulturtage. Foto: bamberger

Zwei Wochen lang gibt’s Lesungen, Konzerte, Vorträge, Kabarett und Filme. Das Spektrum ist weit, manche der Künstlerinnen und Künstler kommen extra aus Israel angereist.

Jüdische Kulturtage? Die waren bisher nur in Großstädten verankert – in Frankfurt, Berlin oder München. Jetzt hat die mit 750 Mitgliedern im Vergleich kleine Freiburger Gemeinde ein großes Veranstaltungsangebot auf die Beine gestellt. Dafür gibt’s mehrere Gründe, sagen Miri Turkenich, die Kulturreferentin der Jüdischen Gemeinde, und Irina Katz, die Vorsitzende. Zum einen passt es zum Jubiläum, das die Gemeinde beim Ausklang der Kulturtage am 4. und 5. November feiert: Vor 25 Jahren wurde das Zentrum in der Nußmannstraße eingeweiht. Den wohl wichtigsten Grund aber beschreibt Miri Turkenich so: "Wir sind im Umbruch, wir suchen nach einer neuen Identität und neuen Formen, unser Judentum zu leben." Diese Aufbruchstimmung hängt eng mit dem bundesweit jüngsten Rabbiner zusammen, dem 28 Jahre alten Avraham Yitzhak Radbil, der seit einem Jahr frischen Wind in die Gemeinde bringt.

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Wichtig ist den Organisatoren auch, dass das Spektrum des Judentums in der öffentlichen Wahrnehmung nicht immer ausschließlich auf das Trauma der Schoah begrenzt bleiben soll: Deshalb geht’s nur in einer einzigen Veranstaltung des Programms um dieses Thema und zwar bei einem Vortrag des Historikers Heinrich Schwendemann. Vielfältige Kooperationen – von der Stadtbibliothek, dem kommunalen Kino, dem städtischen Kulturamt bis zur Emil-Thoma-Realschule und der Paula-Fürst-Schule – stützen die breite Programm-Palette: Lesungen (unter anderem mit Benny Barbasch oder Olga Grjasnowa), Konzerte (zum Beispiel mit dem Israel Clarinet Trio), Filme (wie "I shot my love") und Kabarett (mit Alexej Boris). An zwei Freitagabenden (26. Oktober und 2. November) sind ab 18.30 Uhr alle zu einer "langen Nacht der Synagoge" eingeladen, mit Führungen, Teilnahme am Gottesdienst (nur mit Anmeldung) und gemeinsamem Essen.

Jüdische Kulturtage: Eröffnung am Samstag, 20. Oktober, 19.30 Uhr im Paulussaal, Dreisamstraße 3 mit der Kantorin Svetlana Portyansky. Abschluss am Sonntag, 4. November, 19 Uhr, im Gertrud-Luckner-Saal der Jüdischen Gemeinde, Nußmannstraße 14, mit einem Konzert des Klarinetten-Trios Laffaire-Berger-Mishory. Infos zum Programm bei der Jüdischen Gemeinde, 0761/ 556 52 96 0, http://www.jg-fr.de

Autor: anb