Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
19. April 2010
1000 Teilnehmer
Jugendliche unter 18 Jahren haben "gewählt"
OB Salomon hat die Nase vorn.
Bei der Oberbürgermeisterwahl haben Freiburgs Jugendliche unter 18 Jahren kein Stimmrecht. Dafür durften sie vergangenen Freitag bei einer U 18 Wahl ran – und viele nahmen die Chance wahr. In der Gunst der mehr als 1000 jungen Wählerinnen und Wähler lag Amtsinhaber Dieter Salomon vorne, knapp gefolgt von Günter Rausch, dann erst Ulrich von Kirchbach. Ziel der Aktion war es, junge Menschen für Politik zu begeistern.
Ein klares Votum haben Freiburgs Jugendliche nicht abgegeben: Dieter Salomon (Grüne) kam mit 409 Stimmen auf 39,8 Prozent, Günter Rausch (WiR) erhielt 35,4 Prozent. Nur 24,9 Prozent der Jugendlichen würden Ulrich von Kirchbach (SPD) als neuen OB ins Rathaus wählen. Würden die Stimmen der Jugendlichen die Wahl entscheiden, müssten sich die Kandidaten in einer Stichwahl stellen. Doch bei der Wahl von und für Jugendliche ging es weniger um das Ergebnis und formale Wahlregeln, sondern vielmehr darum, politisches Interesse zu wecken. Daher kann die U 18 Wahl nach Angaben der Organisatoren auch kein repräsentatives Stimmungsbild abgeben.
Insgesamt hatten bei der Wahl 1031 Jugendliche in acht verschiedenen Wahllokalen in Schulen, Jugendzentren und in der Innenstadt ihren Stimmzettel ausgefüllt. Die Mädchen waren dabei mit rund 55 Prozent etwas stärker vertreten. Die meisten (90 Prozent) der jungen Wähler und Wählerinnen waren zwischen 10 und 17 Jahren alt – das entspricht knapp 7 Prozent aller 14 000 Freiburger in dieser Altersgruppe. Mit der Wahlbeteiligung ist Alexander Dell sehr zufrieden. Er hat zusammen mit dem Schülerrat Freiburg und der Jugendinitiative Junges Freiburg die bundesweit erste U 18-Aktion bei einer Oberbürgermeisterwahl organisiert.
Werbung
Johannes Klos, der den Jugendlichen im Wahllokal des Stadtjugendrings in der Kaiser-Jospeh-Straße erklärt, worum es geht und wie sie abstimmen können, meint: "Ich bin positiv überrascht, dass so viele interessiert sind und mitmachen.” Für Alexander Dell hat sich bei der Aktion gezeigt, dass "junge Menschen nicht nur durch ihr Kreuzchen bei der Wahl ihre Meinung sagen und mitbestimmen wollen". Ermöglicht wurde dies auch schon im Vorfeld in Veranstaltungen in Jugendzentren und Schulen, bei denen über die Wahl informiert und diskutiert wurde. Ihre Fragen an die Politiker konnten einige Jugendliche bei einer Podiumsdiskussion mit Ulrich von Kirchbach und Günter Rausch in Haslach einbringen.
Autor: Sebastian Drescher
