Smartphones eingezogen

Kinderpornos über WhatsApp: Polizei ermittelt gegen sieben Freiburger Schüler

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Di, 11. Dezember 2018 um 13:53 Uhr

Freiburg

An mehreren Freiburger Schulen haben Schüler kinderpornographische Inhalte per Whatsapp-Gruppen verschickt. Die Polizei ermittelt gegen sieben Tatverdächtige – darunter sind auch Fünftklässler.

Erste Ermittlungen der Kriminalpolizei haben bereits zu bislang sieben Durchsuchungsmaßnahmen bei Schülern geführt, deren Smartphones auch beschlagnahmt wurden. Bei den zur Zeit tatverdächtigen Personen handelt es sich um Schüler der Klassen fünf bis zehn. Die jüngsten Tatverdächtigen sind demnach noch strafunmündig. Die Verdächtigen, die über 14 Jahre alt sind, müssen dagegen mit einem Verfahren rechnen. "Es handelt sich hierbei nicht um ein Kavaliersdelikt", sagt Polizeisprecherin Laura Riske.

Die Freiburger Polizei hatte Mitte November gemeldet, dass an zwei Freiburger Schulen per WhatsApp-Gruppen auf dem Smartphone kinderpornografische Videos geteilt wurden. Verschickt wurden die Dateien seit dem 2. November innerhalb von Schulklassen an Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis zehn. Ursprünglich aufgetaucht war das Material an einem Gymnasium im Freiburger Westen und an einer Realschule im Stadtteil Stühlinger. Mittlerweile weiß die Polizei aber, dass das Video auch an anderen Schulen quer übers Stadtgebiet versendet worden ist.

Mehrere Schulen in der Stadt betroffen

Nach der ersten Pressemeldung vom 14- November hätten sich vermehrt Lehrkräfte, Schulleiter und Eltern unterschiedlichster Schulen im Stadtkreis Freiburg bei der Polizei gemeldet und ebenfalls Hinweise auf den Versand kinderpornografischer Bild- und Videodateien mitgeteilt, so Sprecherin Riske. Durch die nunmehr eingegangenen Hinweise konnte die Kriminalpolizei die Thematik weiter aufhellen.

Schulen haben Elternbriefe verschickt

Selbst in den fünften Klassen besitzen viele Schüler schon ein internetfähiges Smartphone und sind in entsprechenden WhatsApp-Gruppen, die teilweise Schulbezug besitzen, teilweise jedoch auch für Vereine oder dergleichen eingerichtet sind. In diese Gruppen schicken einzelne Schüler solche kinderpornographische Videos, welche sie vorher oft selbst schon geschickt bekamen, so die Erkenntnisse der Polizei. Einige Schulen haben nun Anschreiben an die Eltern verfasst, um dieses Vorgehen einzudämmen. Woher das verschickte Material – es geht um mehrere unterschiedliche Dateien – stammt ist offen. Es gibt wohl Bezüge ins Ausland, könnte aber auch aus dem Darknet stammen, so Polizeisprecherin Riske.

Die Kriminalpolizei weist nochmals ausdrücklich darauf hin, dass sowohl der Versand als auch bereits der Besitz einer kinderpornografischen Datei eine Straftat nach §184b Strafgesetzbuch darstellt und neben sonstigen strafrechtlichen Sanktionen auch zur Einziehung des Smartphones führen kann. Wer eine solche Datei erhält, wird gebeten, sich mit der Polizei unter Tel. 0761/882-5777 in Verbindung zu setzen.

Mehr zum Thema