Kochbuch war der Auftakt

Carmen Hennig

Von Carmen Hennig

Do, 07. März 2013

Freiburg

Frauengruppe, die internationale Köstlichkeiten sammelte, will noch mehr auf die Beine stellen.

FREIBURG. Ein Kochbuch war nur der Startschuss: Das internationale Team, das 2012 ein gemeinsames Kochbuch schrieb und veröffentlichte, geht nun mit Veranstaltungen in die Stadt. Unter der Überschrift "Zu Gast bei..." unternehmen die kreativen Frauen Aktionen mit Freiburgerinnen und Freiburgern sowie mit Freiburger Einrichtungen. Zum Auftakt waren Kochbuchautorinnen und Unterstützerin

nen zu Gast bei einer Stadtführung. Anschließend empfing Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach die Frauen im Rathaus.

Initiatorin und Herausgeberin Irene Schumacher vom Verein "Kommunikation und Medien" betont, dass hinter dem Kochbuch vieles mehr steckt als nur die leckeren Rezepte. Nach der professionellen Gestaltung des Buches sei es wichtig, die Frauen sichtbar zu machen und zum interkulturellen Dialog aufzurufen. Mit der "Zu Gast"-Aktionsreihe soll ein Netzwerk entstehen, das Begegnungen schafft – wie zum Beispiel bei der Historix-Stadtführung.

Bei der werden dem Kochbuch-Team neue Orte und unentdeckte Geschichten eröffnet – ähnlich soll einen ja auch das Kochbuch in die unbekannten "Suppenküchen" der Welt mitnehmen. Während anderthalb Stunden "Hexen, Folter, Scheiterhaufen" berichtet Stadtführerin Gabriele Zink gekonnt dramatisch vom Schicksal dreier Freiburgerinnen, die im Mittelalter der Hexerei bezichtigt und gefoltert wurden. "Zum Glück leben wir in der heutigen Zeit", sagt Maria del Pilar Torres aus Kolumbien.

Beim anschließenden Empfang im Rathaus räumt Bürgermeister von Kirchbach ein: "Freiburg war nicht immer eine offene und tolerante Stadt." Offenheit und Vielfalt heute zu fördern ist Ziel der Aktionsreihe. Die 22-jährige Studentin Jasna Karadinovic aus Serbien findet es toll, dass das Projekt hilft, "Vorurteile abzubauen" und "Neues über andere Länder, Kulturen und Persönlichkeiten" zu lernen.

So wirkt ein Kochbuch als Vehikel für Leben und Erleben in der Stadt – und weit darüber hinaus. In Brasilien wurde schon über das Buch berichtet und auch in ihrer Heimat Kolumbien, erzählt Maria del Pilar Torres, interessiert man sich dafür: "Ich finde es einfach schön, dass uns ein Buch so weit gebracht hat." Und das ist nicht nur geographisch zu verstehen.

Um noch mehr Menschen mit dem Projekt zu erreichen und das Netzwerk zu vergrößern, greifen die Freiburgerinnen in den nächsten Wochen wieder zum Kochlöffel und werden diesmal selbst als Gastgeberinnen alle Interessierten mit Gerichten und Geschichten willkommen heißen, nach dem Motto: "Zu Gast bei Freiburgerinnen aus aller Welt."

Nächster Termin des Kochbuch-Teams ist der Vortrag "Sieben Jahre am Nil" von Astrid Kühnemann am Mittwoch, 13. März, ab 19.30 Uhr bei Südwind, Lorettostraße 42. Informationen zum Projekt über "Kommunikation und Medien":  0761/29281974.