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10. Juni 2010 09:06 Uhr

Blockade im Bahnhof

Kommentar: Bildungsstreik entgleist

Mit der Gleis-Besetzung im Hauptbahnhof sind die Teilnehmer der Freiburger Bildungsdemo zu weit gegangen. Denn Aktionismus ist höchstens plakativ, aber nie konstruktiv.

  1. Die Blockade von Gleis 1 im Freiburger Hauptbahnhof: Ob sich die Studierenden damit einen Gefallen getan haben? Foto: Janos Ruf

Mit der Aktion haben die Studierenden ohne Not ihren Rückhalt außerhalb der Universitäten und Hochschulen aufs Spiel gesetzt. An Zustimmung der Bevölkerung für die Forderungen nach besserer Bildung und Ausbildung mangelte es bisher nicht – gerade in Zeiten, in denen die Politik zu Lasten aller Milliarden einsparen muss, um die Banken- und Wirtschaftskrise in den Griff zu bekommen.

Die Aktion am Hauptbahnhof dürfte dagegen viele Sympathien gekostet haben. Die Gleisbesetzung war vielleicht plakativ, aber nicht konstruktiv – und hat die Studierenden dem Erreichen ihrer Ziele deshalb kein Stück weiter gebracht. Es ist wie immer: Der Ton macht die Musik. Wer auf die Pauke hat, darf sich nicht wundern, wenn das dadurch entstandene Getöse überdeckt, worum es eigentlich geht. Außerdem: Als Ergebnis des Bildungsstreiks im vergangenen Winter wurde eine Arbeitsgruppe aus Uni-Vertretern und Studierenden ins Leben gerufen, die den Hochschülern mehr Mitbestimmung bringen soll. Dort an konkreten Ergebnissen zu arbeiten wäre sinnvoller als der reine Aktionismus, in den die heutige Bildungsdemo mündete. Mehr zum Thema:

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Autor: Peter Disch