Konzept wird fortgeführt

Das Gespräch führte

Von Das Gespräch führte

So, 14. Januar 2018

Freiburg

Der Sonntag Dietmar Ganzmann gibt das El.pi ab, Freiburgs dienstälteste Discothek.

Das El.pi ist Freiburgs dienstälteste Discothek, es existiert seit bald 40 Jahren und gefühlt hat sich dort nie etwas geändert. Jetzt aber hat Dietmar Ganzmann, der den Laden die letzten 17 Jahre betrieb, ihn zur Jahreswende an neue Betreiber abgegeben. Was bedeutet das? Wir haben nachgefragt.

Der Sonntag: Herr Ganzmann, wer ins El.pi ging, hatte über Jahrzehnte immer die Garantie, dass dort alles so geblieben ist, wie es schon immer war.

Naja, völliger Stillstand herrschte dort auch nicht, sonst gäbe es das El.pi schon lange nicht mehr. Mir ging es eher darum, Dinge abseits des ständig wechselnden Mainstreams zu machen. Etwas, wo ich sagen konnte, da kann ich immer hinschauen und es gutfinden. Und auch den Leuten gefiel dieser Stil. Es gibt in Freiburg in dieser Richtung nichts mehr außer das El.pi und vielleicht das Cräsh.

Der Sonntag: Und wer garantiert jetzt, dass nicht auch im El.pi jetzt alles anders wird?

Also erstens wäre es dumm, wenn man daran etwas ändern würde. Und zweitens habe ich mir die Nachfolger natürlich auch ausgesucht. Die Geschwister Rotzler, die die BeatBar betreiben...

Der Sonntag: ....die es so auch schon vor 25 Jahren hätte geben können...

..so ist es. Und auch das Great Reng Teng Teng in der Innenstadt und die Bar im Stühlinger betreiben sie. Und die wollen das Konzept auch fortführen, weil sie es stimmig finden.

Der Sonntag: Wann waren Sie zum ersten Mal im El.pi?

Oh je – weiß ich nicht mehr. Ich war eigentlich immer im "Roten Punkt" und das El.pi war die einzige Alternative dazu. Zuerst war es ja eine Bar, erst Ende der 70er Jahre ist der Laden zur Diskothek umgebaut worden.

Der Sonntag: Mit der Brennessel und dem Biergarten im Seepark machen Sie weiter – warum geben Sie das El.pi ab?

Zum einen ist meine rechte Hand, mein Kollege, der mich seit 17 Jahren unterstützt hat, nicht mehr mit dabei. Und dann finden wir immer schwerer Personal. Einerseits, weil die Leute es nicht mehr so nötig haben, nachts dazuzuverdienen. Und seit der Umstellung auf die Bachelor-Studiengänge müssen die Studenten alle morgens um acht an die Uni – sie können unter der Woche nicht mehr nachts arbeiten. Und am Wochenende wollen sie selbst feiern.

Das Gespräch führteJens Kitzler