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29. Mai 2009

Kritik am neuen Ferienprogramm

Erfahrene Ferienbetreuer gehen leer aus / Stadtverwaltung verteidigt Modellversuch, in den sie jährlich 50 000 Euro investiert.

  1. Ein Haus aus Strohballen baut Architekt Volker Winkelhahn (Zweiter von links) derzeit mit Ferienkindern auf dem Kinderabenteuerhof im Stadtteil Vauban. Foto: ingo schneider

Etliche freie Anbieter von Ferienprogrammen sind sauer auf die Stadt Freiburg. Diese investiert dieses Jahr erstmals 50 000 Euro in neue Ferienangebote für Schulkinder. Bei dieser Initiative habe die Verwaltung die bestehenden Strukturen nicht berücksichtigt, kritisieren die freien Träger in einem Brief ans Rathaus. Wenig Verständnis hat dafür Rudolf Burgert, Leiter des zuständigen Amts für Schule und Bildung: Das neue Ferienprogramm sei ein Modellversuch, der vorerst nicht in die Fläche gehen könne.

"Da nimmt die Stadt endlich mal Geld in die Hand und wir haben nichts davon", ärgert sich Joachim Stockmaier, Geschäftsführer des Vereins Kinderabenteuerhof, der am Rande des Stadtteils Vauban seit 13 Jahren großteils ehrenamtlich Kinderbetreuung organisiert – und von der Stadt jährlich mit 10 000 Euro bezuschusst wird. Stockmaier hat mit sechs weiteren freien Anbietern von Ferienprogrammen der Stadtverwaltung einen Brief geschrieben: "Uns scheint, dass ohne reale Not eine neue, kostenintensive Struktur für Ferienprogramme geschaffen wird, anstatt die bestehenden Strukturen zu berücksichtigen", heißt es darin. Dabei hätten in Freiburg viele freie Träger schon seit Jahren pädagogisch fundierte Angebote bereitgestellt.

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Zweimal 50 000 Euro hat der Gemeinderat für die Ferienbetreuung für dieses und kommendes Jahr eingeplant. Das Geld fließt in neue Angebote der Weiherhof-Grundschule in Herdern, der Anne-Frank-Grundschule in Betzenhausen, der Emil-Gött-Schule in Zähringen sowie der städtischen Einrichtungen Waldhaus und Mundenhof (die BZ berichtete). "Das ist ein Modellversuch", sagt Rudolf Burgert, dessen Schulamt die Initiative koordiniert hat. Das Geld verbleibe an Schulen und städtischen Einrichtungen, damit die Stadt Erfahrungen aus erster Hand sammeln könne. Im Übrigen würden die neuen Angebote an den Schulen auch von freien Trägern umgesetzt, zum Beispiel von Fördervereinen und der AWO, die bereits Erfahrungen mit Nachmittagsbetreuung gesammelt hätten. Die Kritik der freien Träger kann er nicht nachvollziehen: "Natürlich konnten wir nicht alle berücksichtigen." Sollte sich herausstellen, dass der Bedarf an Ferienbetreuung nicht gedeckt ist, sei es eine politische Entscheidung, in den Bereich nächstes Jahr mehr Geld zu investieren.

Grünen-Stadträtin Birgit Wölki, die das städtische Ferienprogramm mit initiiert hat, findet die Kritik der freien Träger bedenkenswert. Der erste Schritt sei gemacht, man könne das Programm ja noch ausbauen. Indes verteidigt Wölki das Konzept, die zusätzlichen Angebote in den Schulen zu machen. Wohngeldempfänger zahlen dort weniger: "Für sie ist die Hemmschwelle in der Schule, die sie kennen, niedriger."

Autor: Heike Spannagel