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14. November 2008
LEUTE
Ehre für eine
"Brückenbauerin"
Das Hohelied auf das Übersetzen hört man nicht so oft gesungen – zumindest nicht von politischer Seite. Gestern aber gab es allen Anlass dazu: Die Freiburger Übersetzerin Ragni Maria Gschwend erhielt in der Gerichtslaube das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse aus der Hand von Gundolf Fleischer, Staatssekretär im Landesfinanzministerium. Seit 32 Jahren lebt die gebürtige Bayerin in Freiburg; vor 30 Jahren gründete sie hier den ersten Stammtisch für Übersetzer: eine Tat mit Folgen. Heute gilt Freiburg laut Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach als "geheime Metropole der Übersetzer" – und Ragni Maria Gschwend, die Literatur von Svevo bis Magris und Moresco aus dem Italienischen überträgt, setzt sich seit vielen Jahren im "Freundeskreis zur internationalen Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen" auch überregional für ihr Metier ein. Die "Brückenbauerin" und "Fährfrau" (Kirchbach) wollte in ihrer bekannten Bescheidenheit die Auszeichnung nur stellvertretend als "Eidzunftmeisterin" entgegennehmen. In ihrer Dankesrede erinnerte die Trägerin des Leipziger Buchpreises und des Celan-Preises daran, dass in ihren Anfängen Übersetzen noch ein "ambitioniertes Hobby" war. Dabei gebe es doch ohne Übersetzer keine Weltliteratur. So ist’s. Unübersichtliches
Straßenverzeichnis
Den 70. Jahrestag des Gedenkens an die Reichspogromnacht am vergangenen Sonntag hat Stadtrat Michael Moos (Unabhängige Listen) zum Anlass genommen, in einem Brief an Oberbürgermeister Dieter Salomon vorzuschlagen, Straßen nach zwei jüdischen Opfern des Nazi-Terrors zu benennen. Es handelt sich um zwei jüdische Juristen aus Freiburg, die in Konzentrationslager verschleppt wurden: Robert Grumbach (1875 – 1960), der das Lager Gurs überlebte und später Ehrenbürger wurde, und Erika Sinauer (1896 – 1945), die in Auschwitz ermordet wurde. "Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass in unserem so umfangreichen Straßen- und Platzverzeichnis keiner ihrer Namen auftaucht", schreibt Moos. Weil das Wegenetz so umfangreich ist, hat er wohl übersehen, dass es eine Erica-Sinauer-Straße (allerdings mit "c") bereits gibt: im Stadtteil Rieselfeld. Das dürfte Moos freuen, denn all zu oft werden seine Forderungen ja nicht erfüllt.
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Autor: bs
