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18. Mai 2009
LEUTE
Wahlkampf
im Kleinformat
Sieht aus wie so ein normales WG-Grillfest bei Regen eben aussieht. Auf dem Balkon tummeln sich die Grillmeister, in der engen Wohnung sitzen, stehen und hocken junge Leute beieinander und reden. Dass dies eine Wahlkampfparty ist, muss einem erstmal gesagt werden. Aber genau das ist auch die Idee hinter dem – natürlich aus den USA stammenden – Konzept. "Living room election parties" nennen die das da, Wahlparty im Wohnzimmer. "Der Gemütlichkeitsfaktor sorgt dafür, dass auch Freunde von mir gekommen sind, die sonst nie erscheinen, wenn ich die mal zu einer Wahlveranstaltung mitnehmen will", erklärt Anna Schmid von der Hochschulgruppe Grüne Jugend Freiburg. "Letztendlich hat man von so einer Party mehr als von einer Podiumsdiskussion", ergänzt ihre Schwester, Sophie Schmid. Die gastierende Politikerin muss jedoch erstmal gefunden werden. Mit ihren 29 Jahren ist Franziska Brantner, Kandidatin der Grünen für das Europaparlament, von all den Studenten in der Bude kaum zu unterscheiden. Auf den zweiten Blick macht der grüne Gürtel den entscheidenden Unterschied. "Vor allen Dingen macht der Wahlkampf so Spaß", erklärt Brantner. Zu ihrem Privatwahlkampf gehörten am Wochenende auch eine European-Song-Contest-Feier und einen Fußballabend. Ob die Politik da nicht zu kurz kommt? "Man kann natürlich nicht nur so Wahlkampf betreiben – aber eben auch," sagt die Jungpolitikerin.
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Autor: cjz
