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25. April 2010 18:00 Uhr
OB-Wahl
Ticker: Salomon bleibt Freiburger Oberbürgermeister
Die Freiburger haben Dieter Salomon zum zweiten Mal zum Oberbürgermeister gewählt. Salomon verteidigte sein Amt im ersten Wahlgang mit 50,5 Prozent. Ulrich von Kirchbach kam auf 29,2, Günter Rausch auf 20,1 Prozent. Der Live-Ticker zur Wahl zum Nachlesen.
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20.04 Uhr: Daniel Sander (CDU-Stadtrat): "Ziel der CDU war, dass die bisherige Rathauspolitik so fortgesetzt wird. Als Partei müssen wir aber acht geben, ein eigenes Profil zu zeigen, Dass Salomon in den CDU-Hochburgen so gut abgeschnitten hat, zeigt, dass es richtig war, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen."
20.00 Uhr: Ein Wahlabend geht zu Ende. 200 der insgesamt 400 Zuschauer haben bis zum Schluss durchgehalten. Eis, Zigaretten, Kaffee zum Mitnehmen und sommerlichen Temperaturen sei Dank. Günter Rausch steht noch bei seinen Anhängern, sichtlich entspannt und gut gelaunt. Auch Dieter Salomon - der Sieger des Abends - hat sich unter seine Anhänger gemischt.
Von Ulrich von Kirchbach ist nur wenig zu sehen, allein seine Frau Cristina Gangotena hetzt durch die Menge, hält den Blumenstrauß, den die Frauen der Kandidaten bekommen haben wie einen Schutzschild vor sich. Sie scheint angespannt, aber auch ein wenig erleichtert.
19.53 Uhr: Salomon strahlt, seine Frau Helen Hall-Salomon eilt neben ihm aufgeregt über das Pflaster. Er wird beglückwünscht und gefeiert. Günter Rausch und Ulrich von Kirchbach lauschen nebeneinander den Analysen. Kirchbach wirkt trotz gegenteiliger Aussagen so, als würde er an dem Ergebnis noch eine Weile knabbern. Wenn er angesprochen wird, wippt er mit dem Kopf, als wolle er sagen: "Es ist schon okay."
19.48 Uhr: Die Körpersprache sagt manchmal mehr als Tausend Politiker-Worte: Salomon, Kirchbach und Rausch würdigen sich beim Aufstellen für die Interviews und Fotos unter der Kastanie auf dem Rathausplatz keines Blickes – zunächst. Dann lachen Salomon und Rausch befreit auf, selbst Kirchbach kann sich zu einem Lächeln durchdringen. Der ein oder andere mag auf ein anderes Ergebnis gehofft haben – schlussendlich scheinen sie aber doch erleichtert, dass die Strapazen der vergangenen Wochen vorbei sind.
Eine Traube Neugieriger drängt sich um die Politiker. Einige lauschen noch der Analyse der der SWR-Moderatoren auf der Bühne. Die meisten diskutieren die Ergebnisse.
19.46 Uhr: Kerstin Andreae, Freiburgs Bundestagsabgeordnete der Grünen: "Super, dass es im ersten Wahlgang geklappt hat. Es war knapp und spannend - aber am Ende zählt, dass es auf Anhieb geklappt hat. Warum die Wahlbeteiligung so niedrig war, wird man sich anschauen müssen. Wir haben im Herbst den Bundesparteitag der Grünen in Freiburg. Es wird zum ersten Mal sein, dass ein grüner OB einen Bundesparteitag der Grünen eröffnet. Claudia Roth hat schon gesagt: ,Da muss der Dieter einen ausgeben.'"
19.36 Uhr: Sommerlich frisch in heller Hose und Sakko betritt Günter Rausch zusammen mit seiner Frau Stefanie das Podium. Das Wahlergebnis steht ihm, anders als Kirchbach, weniger ins Gesicht geschrieben. Er wirkt munter, frisch und – angriffslustig, nutzt das Forum am Rathaus erst einmal, um weiter für seine Ziele zu kämpfen. Rauschs Anhänger klatschen denn auch am energischsten. Rausch zeigt sich nach wie vor überzeugt, dass die Wähler einen Wechsel wollen. "Den Wechsel haben wir knapp verfehlt", sagt Rausch, aber für eine Wählerinitiative, die es erst seit kurzer Zeit gebe, sei das Ergebnis sehr gut. Politisch will er sich weiterhin engagieren. "Dass so wenige wählen gegangen sind, macht mich am meisten traurig", auf die Frage nach seiner Gemütslage sagt er: "Ich bin sehr zufrieden."
19.35 Uhr: Die Stimmung ist gelöst auf dem Rathausplatz, die Freiburger stehen in Grüppchen zusammen, diskutieren die Ergebnisse und die Stellungnahmen der Kandidaten.
19.32 Uhr: Renate Buchen, SPD Fraktionsvorsitzende, sagt zum Wahlausgang: "Wir sind natürlich enttäuscht, wir hatten auf einen zweiten Wahlgang gehofft - dann wäre eine ganz neue Konstellation entstanden. Das hat Salomon zu verhindern versucht – und diese Rechnung ist aufgegangen.
Wir hoffen aber, dass er dieses Ergebnis als Zeichen sieht und auf die Fraktionen im Gemeinderat zugeht, denen er bislang nicht so gewogen war."
19.30 Uhr: Freiburger CDU-Vorsitzender Klaus Schüle sagt über den Wahlausgang: "Es war eine Punktlandung. Das Ergebnis ist ein gutes Zeichen für die Stabilität in der Stadt. Man sieht, dass die Themen ’Solide Finanzen’ und ’Bildung’ gezogen haben – das sind die Schwerpunkte, die der Oberbürgermeister und der Erste Bürgermeister Otto Neideck vertreten."
19.25 Uhr: Der Kreisvorsitzender der SPD Freiburg, Walter Krögner, ist sichtlich geknickt. "Ich habe auf einen zweiten Wahlgang gehofft. Es ist sehr enttäuschend."
19.22 Uhr: Der unterlegene Herausforderer Ulrich von Kirchbach betritt ohne seine Frau das Podium. Erschöpft blickt er in die Menge, ein Lächeln kann er sich nur schwer abringen. Tapfer sagt er: "Fast jeder dritte Freiburger hat mich gewählt – das ist doch was." Dann setzt er hinzu: "Mir hat der Wahlkampf Spaß gemacht. Ich bin ein guter Verlierer", sagt Kirchbach und erklärt in Richtung Dieter Salomon: "Ich hoffe, er ist auch ein guter Gewinner." Kirchbach geht weiter darauf ein, dass er als Bürgermeister gegen den OB Wahlkampf geführt hat. "Das gehört zur Demokratie, die Wähler haben entschieden, man musste zuspitzen, es ging nie unter die Gürtellinie", sagt er, ohne Salomon, der ebenfalls auf dem Podium steht, in die Augen zu schauen. Als Sozial-, Kultur- und Integrations-Bürgermeister will er gute Politik gemeinsam mit dem Oberbürgermeister machen. "Es geht ja nicht darum hier freundschaftlich anzubändeln", sagt Kirchbach. Die Freiburger auf dem Rathausplatz applaudieren. Euphorischer wird der Applaus allerdings, als der SC-Sieg verkündet wird.
19.11 Uhr: Der Titelverteidiger kommentiert seine Wiederwahl: "Mehrheit ist Mehrheit", sagt Dieter Salomon. "Und die Latte liegt bei 50 Prozent." Zufrieden analysiert er: "Diesmal bin ich im ersten Wahlgang wesentlich besser gewesen als vor acht Jahren."
Der Durchmarsch im ersten Wahlgang führt bei Salomon zu Erleichterung: "Ich bin unheimlich dankbar und froh, dass das Ding durch ist und nicht noch zwei Wochen weitergeht."
Der von seinen Herausforderern zum Sündenfall stilisierte Stadtbau-Verkauf habe die Wahl nicht bestimmt: "Sie hatten mit diesem Kurs keinen durchschlagenden Erfolg", sagt Salomon über die Taktik seiner beiden Mitbewerber.
Wie wird die Zusammenarbeit von OB Salomon und Sozial- und Kultur-Bürgermeister Ulrich von Kirchbach funktionieren können? "Im Persönlichen bleibt was zurück. Aber wir sind beide gewählt – und müssen damit umgehen", sagt Salomon.
19.10 Uhr: Die First Lady Freiburgs freut sich. "Ich bin begeistert", sagt Helen Hall-Salomon. Auch ihr ist die Erleichterung anzuhören. "Ich hätte zwar mit 53 Prozent gerechnet, aber 50,5 Prozent sind auch okay."
19.06 Uhr: Das vorläufige amtliche Endergebnis steht fest:
Dieter Salomon: 50,5 Prozent, 34.931 Stimmen
Ulrich von Kirchbach : 29,2 Prozent, 20.183 Stimmen
Günter Rausch: 20,1 Prozent, 13.871 Stimmen
Sonstige : 0,2 Prozent, 144 Stimmen
Wahlbeteiligung: 45,2 Prozent
Gültige Stimmen: 69.129
Ungültige Stimmen: 573
19.07 Uhr: Otto Neideck, 1. Bürgermeister zum Wahlausgang: "Ein guter Tag für Freiburg: Der SC führt, Salomon führt. Ich freue mich, das wir ab morgen wieder handlungsfähig sind." Dass Salomon die CDU-Hochburg Waltershofen errungen hat, ist für ihn ein Zeichen dafür, dass Salomon ohne die CDU-Stimmen nicht OB wäre. "Er ist ein echter schwarz-grüner OB."
19.03 Uhr: Die große Ehe- und Politik-Koalition Freiburgs, Pia Federer (Grüne) und Hendrijk Guzzoni (Linke Liste) kommentiert den Abend so: "Wir finden das Wahlergebnis wunderbar. Rausch hat toll abgeschnitten, für Salomon hat es trotzdem gereicht." Und so hängt der Haussegen auf keinen Fall schief: "Die Frau setzt sich durch, der Mann ist trotzdem glücklich."
19.05 Uhr: Günter Rausch kommt auf den Rathausplatz und wird von seinen Anhängern mit Beifall begrüßt.
18.57 Uhr: 50,5 Prozent - zwar fehlen noch zwei Briefwahlbezirke, doch es ist klar: Dieter Salomon bleibt Oberbürgermeister von Freiburg. Der ein oder andere Rausch-Anhänger will das noch nicht wahrhaben. Dennoch: Dieter Salomon hat die meisten Stimmbezirke für sich gewonnen.
18.52 Uhr: Immerhin 141 Stimmen sind bisher auf "sonstige" Kandidaten entfallen, deren Namen Wähler einfach selbst auf den Zettel geschrieben haben. Die Wahlbeteiligung insgesamt liegt bei rund 45 Prozent.
18.51 Uhr: Salomon mit 50,5 Prozent vorne – und nur noch zwei Bezirke fehlen.
18.50 Uhr: Weniger spannend als das Rennen zwischen den Kandidaten ist für die Zuschauer, ob Salomon über 50 Prozent bleiben wird – und es damit bei einem Wahlgang bleibt. Die Ergebnisse aus 7 Bezirken fehlen noch. Und Uli Hohmann ist sich sicher: "Wir werden auf den letzten Bezirk warten müssen, ehe wir ganz sicher sein können." Die Zuschauer auf dem Rathausplatz trippeln mittlerweile von einem Fuß auf den anderen, von rechts nach links....die Spannung ist mit den Händen zu fassen.
18.45 Uhr: Dieter Salomon schneidet in den Grünen-Hochburgen schlechter ab (47,6 Prozent) als im Gesamtergebnis (50,2 Prozent). Ein Raunen geht durch die Menge, vereinzelt wird geklatscht. Der OB polarisiert die Menge mehr, als von Kirchbach oder Rausch. Offenbar sind die Grünen Freiburgs nicht zufrieden mit der Arbeit des OB. Er konnte nicht überzeugen – oder sind sie einfach nicht wählen gegangen?
18.43 Uhr: Alles deutet auf ein Fotofinish hin. Salomon wird seine beiden Herausforderer deutlich hinter sich lassen. Ob es im ersten Wahlgang zur absoluten Mehrheit reicht, darüber werden Zehntelpunkte und damit wenige Stimmen entscheiden.
18.41 Uhr: Freiburgs Wahlhelfer arbeiten schnell. 154 von 173 Bezirken sind bereits ausgezählt. Dieter Salomon liegt nur knapp über den 50 Prozent. Das Ergebnis - und damit die Entscheidung, ob es einen zweiten Wahlgang geben wird - wird vermutlich früher bekanntgegeben als erwartet.
Der Herausforderer Rausch hat in 7 Bezirken gesiegt, in 6 Bezirken Ulrich von Kirchbach. Trotzdem hat Ulrich von Kirchbach mit ca. 30 Prozent der Wählerstimmen mehr Freiburger überzeugt als Günter Rausch.
18.39 Uhr: Mittlerweile tummeln sich 300 Menschen auf dem Rathausplatz. Unter ihnen Daniel Sander (CDU). Der bekennt, dass ihm seine Wahl schwer fiel. "Allerdings werde ich nicht verraten, für wen ich insgeheim mitfiebere."
Kerstin Andreae (Grüne) drückt selbstredend dem Amtsinhaber die Daumen - und zittert mit. "Im zweiten Wahlgang holt Dieter Salomon das Amt garantiert", glaubt sie. Allerdings hofft sie, dass es doch nur einen geben wird. "Mein Pulsschlag ist jetzt doch recht hoch", bekennt Andreae und blickt bang auf die Leinwand, wo Dieter Salomon jetzt unter 50 Prozent gerutscht ist. "Die Wahlbeteiligung wird wohl nicht so hoch sein – ob das allein am Wetter liegt? Ich glaube nicht."
18.37 Uhr: Dieter Salomons Ergebnis pendelt derzeit um die 50-Prozent-Marke. Allerdings kommen die Ergebnisse aus Bezirken erst noch, von denen sich der Amtsinhaber nicht so viel erwarten kann. Die Spannung steigt.
18.34 Uhr: Furcht vor der Wahlbeteiligung: Haben Cafés, Eisdielen, das Strandbad und das Dreisamufer den Leuten den Wahlgang verleidet? CDU und Grüne sind Fans von Briefwahlen – ist von Kirchbach damit aus dem Rennen? Nur wenige Zuschauer haben einen Anstecker mit dem Kirchbach-Logo am Revers. Sie blicken ängstlich auf die Leinwand. Kann der SPD-Kandidat noch aufholen?
18.30 Uhr: Heiß ist es auf dem Rathausplatz – sowohl was die Temperatur angeht, als auch die Auszählung. Ein Golden Retriever schlürft aus dem Bächle und das Eiscafé Lazzarin macht sein bestes Geschäft im noch jungen Frühling. Ein Pärchen hat vorgebaut, packt Plastikbecher, Äpfel und eine Flasche Wasser aus der Picknicktasche – Festivalstimmung auf dem Rathausplatz.
18.28 Uhr: Die Hälfte aller Wahlbezirke ist ausgezählt. Salomon: 50,3 Prozent, Kirchbach 29,3 Prozent, Rausch 20 Prozent.
18.27 Uhr: Die rechte Seite des Rathausplatzes ist klar in Salomon-Hand. Hier geht ein Raunen durch die Menge, wenn ein Wahlbezirk an den amtierenden OB geht. Die linke Seite bleibt indes stumm. Die Furchen auf der Stirn der Rausch-Anhänger vertiefen sich – aber nur kurz. Denn die Überraschung des bisherigen Wahlabends wird gerade verkündet: Vauban fällt an Günter Rausch. Und zwar eindeutig! Mit 60 Prozent liegt er klar vorne, Salomon kommt in der Grünen-Hochburg nur auf 25 Prozent, von Kirchbach auf 15 Prozent.
18.24 Uhr: Erste Zwischenbilanz: Nachdem ein Drittel der Wahlbezirke ausgezählt ist, hat Salomon 50,4 Prozent. Es ist durchaus denkbar, dass dem Amtsinhaber der Durchmarsch zur Wiederwahl gelingt. Deutlich das Ergebnis bei den Briefwählern: Salomon hat dort knapp 60 Prozent der Stimmen.
18.23 Uhr: Die Stimmung auf dem Rathausplatz ist gelöst, das bislang gute Ergebnis von Dieter Salomon löst regelrechte Begeisterungsstürme aus, wird ähnlich mit Beifall goutiert wie die Pausenführung des SC Freiburg gegen den VfL Wolfsburg.
18.17 Uhr: Die ersten fünf Wahlbezirke sind ausgezählt: Salomon 56.6 Prozent, Kirchbach 29.8, Rausch 13.4. In Waltershofen hat Amtsinhaber Salomon 68 Prozent der Stimmen erhalten.
Der Stimmenbezirk Betzenhausen-Bischofslinde geht mit 51 Prozent an Dieter Salomon. 39 Prozent entfallen auf Ulrich von Kirchbach, neun Prozent an Günter Rausch. Waltershofen geht mit 69 Prozent an Dieter Salomon. 22 Prozent an von Kirchbach.
18.12 Uhr: Die ersten Spekulationen machen die Runde. Liegt die Wahlbeteiligung am Ende bei 47 Prozent? Vor acht Jahren waren es noch 53 Prozent.
18.10 Uhr: Beifall auf dem Rathausplatz, als es Neuigkeiten aus dem Badenova-Stadion gibt: Der SC Freiburg geht mit 1:0 gegen den VfL Wolfsburg in Führung.
18.02 Uhr: Was bringt der erste Wahlgang bei der Freiburger OB-Wahl? Die Wahlbeteiligung scheint überall eher niedrig zu sein. Ein Vorteil für die Herausforderer oder für den Amtsinhaber Dieter Salomon?
Autor: Alex Sillgitt, Sarah Nagel, Joachim Röderer, Peter Disch, Stadtredaktion
