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23. August 2017 10:06 Uhr

Feuerwehr

Maschinenschaden bei Rhodia verursachte Rauchwolke – Produktion steht still

Grund für die riesige Rauchwolke über der Firma Rhodia in Freiburg war ein Maschinenschaden. Verletzt wurde niemand, Giftstoffe sind keine ausgetreten. Die Produktion steht still.

  1. Die Werkfeuerwehr hat das Feuer mit Hilfe von Freiburgs Wehren unter Kontrolle gebracht. Foto: Archivbild: Sasse

Die Rauchsäule über dem Industriegebiet Nord war weithin sichtbar. Ursache für den Brand war der Feuerwehr zufolge ein technischer Defekt im Kraftwerk: Der zerstörte am Dienstag gegen 17 Uhr eine Turbine, aus der daraufhin große Mengen Öl austraten. Diese fingen gegen 17.20 Uhr Feuer und steckten weitere Teile der Anlage in Brand, die teils mit bis zu 6000 Volt unter Spannung stand.

Brennendes Öl tropfte von der Decke

Zunächst war die Rede von einer Explosion. Doch Rhodia widerspricht am Mittwoch: Es sei nichts explodiert. Nach Angaben der Feuerwehr handelte es sich um einen "Fliehkraftzerfall". Demnach hatte sich ein Teil der schnell drehenden Turbine gelöst und wurde rausgeschleudert, was wie eine Explosion klingt. Die Turbine wurde zerstört.

"Personen wurden in der Halle nicht vermisst. Auch Verletzte waren nicht zu beklagen", teilte das Freiburger Amt für Brand- und Katastrophenschutz mit. Das Kraftwerkspersonal schaltete die Hochspannung ab, die Werkfeuerwehr der Firma Rhodia leitete sofort die Löscharbeiten ein. Die Freiburger Feuerwehr, die mit Berufs- und ehrenamtlichen Leuten anrückte.

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Keine Gefahr für die Nachbarn

In der Turbinenhalle tropfte brennende Flüssigkeit vom ersten Obergeschoss ins Erdgeschoss. Mit vereinten Kräften löschten die Feuerwehren den Brand. Gebrannt haben laut Feuerwehr ausschließlich Öl und kleine Mengen Kunststoff. Für Nachbarn und Umwelt bestand keine Gefahr, teilte auch das Unternehmen Rhodia mit. Die Firma berief einen internen Krisenstab ein, um die weiteren Schritte zu koordinieren. Die Ursache für den Maschinenschaden wird untersucht. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Kein Strom, keine Produktion

Das Kraftwerk, das normalerweise Strom für den Standort produziert, steht derzeit still. Die Produktion auch – wie lange, ist Unternehmenssprecherin Maren Welle zufolge noch nicht absehbar. "Wir haben die Produktionsbetriebe in einem sicheren Zustand heruntergefahren." Den Schaden kann Rhodia noch nicht beziffern. Ein Stillstand in der Produktion sei nichts Außergewöhnliches, so Welle. Das Wichtigste sei, dass kein Mitarbeiter verletzt wurde: "Darüber sind wir sehr froh."

Derzeit wird der Schaden dokumentiert, sagte Welle. "Wir wissen, was passiert ist, aber nicht wie es dazu gekommen ist." Ein Sachverständiger wurde hinzugezogen, um herauszufinden, wie der zeitlich verzögerte Brand ausbrach.

Die Firma Rhodia Acetow hat rund 800 Mitarbeiter in Freiburg und produziert Celluloseacetatflakes und -fasern unter anderem für Zigarettenfilter. Auf dem Campus im Industriegebiet Nord arbeiten zudem rund 50 Mitarbeiter von Solvay. Die Chemiegruppe Solvay hat Acetow an den Finanzinvestor Blackstone verkauft.

Bei dem Brand im Einsatz waren knapp 50 Feuerwehrleute von Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Wehr Rieselfeld, des ABC-Zugs und der Werksfeuerwehr sowie Besatzungen zweier Rettungswagen, ein Notarzt und Polizei. Weil es gleichzeitig weitere Einsätze gab, musste zudem eine Schicht der Berufsfeuerwehr anrücken, die eigentlich dienstfrei hatte.

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Autor: sh