Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

21. Dezember 2009

"Mehr als in Kopenhagen"

Mit dem erfolgreichen African-Kiss-Festival wird ein Projekt für Jugendliche in Ghana unterstützt.

  1. Mit Ngomas gegen die Kälte: Pierrick & friends Foto: Rita Eggstein

Afrika in Freiburg – es hätte keinen kurioseren Moment für diese Begegnung geben können: Während am Samstag draußen das Thermometer auf minus 18 sank, stellte im E-Werk das ganztägige African-Kiss-Benefiz-Event jede Menge Heißes und vor allem Afrikanisches vor. Fünf- bis sechshundert Gäste ließen sich denn auch hinreißen von afrikanischem Marktgewimmel, Essen und vor allem von afrikanischer und anderer Musik. Rund 4000 Euro wurden schon am späten Abend als Einnahmen zugunsten des Vereins African Information Movement vermeldet.

Gut ein halbes Jahr lang haben sich in Freiburg die neunköpfige Projektband und etwa ein Dutzend junge Menschen als Mitwirkende des Unterstützervereins African Information Movement, kurz AIM, stark für dieses dritte African Kiss Festival gemacht. Veranstaltungsort für das groß angelegte Benefiz-Event war zum ersten Mal das E-Werk, das denn auch von 12 Uhr mittags bis spät in die Nacht reichlich von einem auffallend vielfältigen Publikum bevölkert war. Mit von der Partie war AIM-Schirmherr und Bundestagsabgeordneter Gernot Erler, der in seiner Rede speziell das binationale Band-Projekt samt der neuen CD lobte.

Werbung


Schulklassen des Rotteck-Gymnasiums, AIM Freiburg und der Afrika-Rat boten im kleinen Saal an Ständen Buntes feil, zum Beispiel Schmuck, Stoffe und Rhythmusrasseln – wer exotische Weihnachtsgeschenke erstehen wollte, deckte sich an diesem vierten Adventssamstag auf dem kleinen afrikanischen Basar ein. Zu dem passten auch die Leckereien in der Lounge: Vom traditionellen Fufu bis zu den frittierten Yams-Ecken und Plantains mit scharfer Sauce war die Küche des westafrikanischen Landes gut repräsentiert, in das am Ende auch die Erlöse aus dieser Veranstaltung fließen werden.

Die kommunale Jugendbildungsarbeit in Komenda an der Südküste Ghanas wird seit drei Jahren nicht nur vor Ort tatkräftig unterstützt: Auch in Freiburg hat AIM neben den aktiven jungen Unterstützern auch sonst gute Resonanz. "Dass hier Hunderte von Menschen herkommen, um ihre Solidarität mit einem Projekt in Ghana zu zeigen, beeindruckt mich wahnsinnig", sagt Kofi Addo. Der Ghanaer lebt in London und ist derzeit in Freiburg. Während beim Klimagipfel in Kopenhagen so wenig bewegt worden sei, sagt er, sei hier an einem Abend konkret etwas passiert: "Das hier ist viel mehr als in Kopenhagen – Jugendlichen in Komenda wird mit diesem Event eine Perspektive ermöglicht." Von Jugendclubs bis zu einem Cyber Café und einem Ausbildungszentrum im Bau zielt dort alles darauf, eine arme Region für ihre Jugendlichen attraktiver und chancenreicher zu machen.

Lehrreich oder gar ernst musste der Abend für die solidarischen Gäste im E-Werk aber keineswegs sein: Vor der späten und sehr tanzbaren Afterhour gaben sich fünf Live-Bands die Ehre – und der große Saal rockte. Einer der vielen Höhepunkte: die afrikanische Band Pierrick & friends. Die ließ die Minusgrade draußen mit kultigen Rhythmen auf ihren riesigen Ngoma-Trommeln völlig vergessen.

Mehr Bilder im Fotoalbum unter http://www.badische-zeitung.de

Autor: Julia Littmann