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18. Februar 2011

MEINE WOCHE: 35 Filme in sieben Tagen

JENNIFER BORRMANN (30): Mitglied im Aka-Filmclub und derzeit Jurorin bei der Berlinale.

  1. Jennifers tipps Warsteiner Galerie, Milchstraße 7, täglich 17 bis 1 Uhr, freitags und samstags bis 3 UhrTrue Grit, 23. Februar, 20 Uhr, Cinemaxx, Bundesstart am 24. FebruarAka-Filmclub: während des Semesters am ersten Montag im Monat. Programm und Informationen im Netz unter www.aka-filmclub.de Foto: privat

Ich sehe im Moment kaum Tageslicht – nicht weil ich besonders nachtaktiv wäre, sondern weil ich in den letzten sieben Tagen 35 Filme gesehen und beurteilt habe. Ich bin gerade als eine von drei Juroren für den Caligari-Preis auf der Berlinale in Berlin, als Vertreterin des kommunalen Kinos, speziell für den akademischen Filmclub der Universität Freiburg, besser bekannt als Aka-Filmclub. Der Caligari-Preis ist der wichtigste Preis des Forums auf der Berlinale, das ist eine Sektion des Festivals. Er ist benannt nach einem Stummfilm aus den 1920er Jahren, "Das Cabinet des Doktor Caligari", und der Film, den wir aussuchen, muss genauso ästhetisch und thematisch innovativ sein, wie der es damals war. Um so einen Film zu finden, haben wir die letzten Tage vier bis fünf Filme am Tag gesehen, waren sechs bis acht Stunden jeden Tag im Kino. Heute Abend ist dann das große Finale: Die offizielle Verleihung des Caligari-Preises und anschließend die Vorführung des Films, für den meine beiden Mit-Juroren und ich uns letztendlich entschieden haben.

Dass ich hier bin, habe ich nicht zuletzt dem Aka-Filmclub zu verdanken: Von den zehn Jahren, die ich in Freiburg gewohnt und Germanistik, Geschichte und Englisch studiert habe, war ich sechs beim Aka. Ich habe das Programm mitgestaltet, Texte geschrieben und später auch Filmkritiken, unter anderem für Fudder. Ich habe viele Einblicke bekommen und auf jeden Fall viel gelernt. Bei meiner Bewerbung als Jurorin hat mir der aka ein Zeugnis über meine Arbeit ausgestellt. Ich werde auch weiter beim Aka aktiv sein: Für "High Noon", das Filmmagazin des Aka, gibt’s auf jeden Fall einen Festivalbericht über meine Erlebnisse hier auf der Berlinale und auch mehrere Filmkritiken, und die Facebookseite mit wöchentlichen Programmankündigungen manage ich auch weiterhin. Ich bin übrigens nicht die Einzige, die über den Aka auf der Berlinale akkreditiert ist, wir sind eine kleine Freiburger Gemeinde mit fünf bis sechs Leuten, tauschen uns untereinander aus und geben uns gegenseitig Tipps, welche Filme sich wirklich zu sehen lohnen. Am Wochenende, wenn meine Arbeit auf dem Festival vorbei ist, gibt es noch einen Höhepunkt: Ich gehe zur Verleihung der goldenen Bären am Samstagabend, darauf freue ich mich sehr.

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Ich habe insgesamt auf der Berlinale natürlich viele spannende neue Filme entdeckt, aber zwei Erstlingswerke fand ich besonders gut: "Über uns das All", ein deutscher Film, und "Suicide Room" aus Polen. Leider laufen die noch nicht im Kino. "True Grit", ein Western, den ich echt gut fand, läuft aber nächste Woche in den deutschen Kinos an. Wer sich für Kino interessiert und lernen will, wie das alles funktioniert, dem kann ich nur empfehlen, beim Aka vorbeizuschauen. Einfach mal mitmachen, ein paar Texte schreiben und Vorschläge machen, wie man das Programm gestalten könnte. Ansonsten werde ich es nächste Woche genießen, endlich mal wieder ausschlafen zu können. Und wenn ich wieder in Freiburg bin, schaue ich in der Warsteiner Galerie vorbei, für Wein und Tapas.

Autor: tmx