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02. Oktober 2009

Mit Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz den Schlossberg hoch und wieder runter

Mit Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz den Schlossberg hoch und wieder runter

  1. Gruppenbild mit Olympiasiegerin: Sabine Spitz inmitten der Schüler Foto: Charlotte  Schmid

  2. Demonstration: Sabine Spitz zeigt, wie man sicher um die Hütchen herum kurvt Foto: Charlotte Schmid

FREIBURG. Die Kette springt raus, man stürzt vom Rad oder hat einen Platten. Womit jeder Mountainbiker mal kämpft, damit mussten auch 20 Schüler des Kollegs St. Sebastian in Stegen und der Gerhart-Hauptmann-Schule Freiburg während einer Tour rund um den Schlossberg fertig werden. Sie taten es gerne: Sie trainierten nämlich einen Tag mit der Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz. Auch BZ-Mitarbeiterin Charlotte Schmid fuhr mit. Veranstaltet wurde der Trainingstag von IN VIA, dem katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit.

Der Tag beginnt für uns mit einem Techniktraining auf einem Waldspielplatz. Noch ist es neblig kühl, aber Sabine Spitz, die in diesem Jahr IN-VIA-Botschafterin geworden ist, steht gut gelaunt beim Slalomparcours und gibt Kommandos. Neben dem richtigem Dosieren der Bremsen geht es vor allem um Kurvenfahrtechnik. "Zieht mal richtig an den Bremsen", ruft Sabine über den Platz. "Ihr müsst in der Kurve in den Pedalen stehen und der äußere Fuß muss vorne sein!" Als ich an der Reihe bin, konzentriere ich mich so sehr darauf, bloß um das Hütchen im Slalom herumzufahren, dass ich es prompt überfahre.

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Dass man mutig und vor allem ehrgeizig sein muss in diesem Sport, hat Spitz mit ihrer Karriere bewiesen. Sie fing zwar erst mit 24 Jahren an, professionell Mountainbike zu fahren, dafür hat sie es aber kontinuierlich mit hartem Training an die Weltspitze geschafft. 2008 holte sie bei den Olympischen Spielen in Peking die Goldmedaille.

Endlich geht es in den Wald rund um den Schlossberg, auf Pfaden über Stock und Stein. Bei dem 15-minütigen Anstieg teilt sich die Gruppe ins zwei Hälften. Vorne fährt Sabine Spitz mit den trainierten Jugendlichen zügig voran, hinten strampeln die Unsportlicheren den Berg hinauf. Bei St. Ottilien angekommen, wird erstmal eine Pause eingelegt und die Powerriegel ausgepackt. Ich frage in die die Runde der Gerhart-Hauptmann-Schüler, wie es bis jetzt für sie war. "Ganz in Ordnung", ist der Tenor, "solange wir jetzt nicht mehr bergauf fahren müssen."

Für alle, die keine Lust mehr haben, geht es jetzt langsam bergab wieder zum Spielplatz. Die anderen fahren mit Sabine Spitz noch ein paar Trails. Ich schließe mich dieser Gruppe an, lasse aber die anderen vor, da ich nicht zu den Schnellsten gehöre. So geht es auf einem schmalen Pfad noch ein Stück bergauf. Hier wäre die Aussicht auf Freiburg wirklich toll, wenn man sich nicht auf das Fahren konzentrieren müsste. Bei der Abfahrt wird es dann plötzlich sehr steinig und holprig. Vor mir springt einem Schüler die Kette raus. Als ich ihn überhole, passiert es dann: Mein Hinterreifen rutscht weg, ich fliege vom Fahrrad und finde mich in einem Dornbusch wieder. Zerkratzt und sehr froh über meinen Helm, rapple ich mich wieder auf, getreu Sabines Motto: "Einmal mehr aufstehen als hinfallen!"

Etwas unsicher schwinge ich mich wieder auf mein Mountainbike. Es geht auf einem sehr kurvenreichen Pfad hinunter Richtung Littenweiler. Jetzt muss das eben Gelernte angewendet werden. Wie war das noch? Das rechte oder das linke Bein in der Kurve vorne? Wenigstens schaffe ich es ohne weiteren Sturz den Berg herunter.

Unten angekommen, frage ich Ralf Schäuble, den Ehemann und Manager von Sabine Spitz, wie hoch denn so die Verletzungsquote beim Mountainbiken ist. Die Verletzungsrate bei diesem Sport sei schon sehr hoch, antwortet er mir. Er selbst habe sich noch nichts gebrochen, aber Sabine habe sich schon öfter bei Stürzen verletzt und das Schlüsselbein gebrochen. Mir wird etwas mulmig, Gott sei Dank habe ich nicht vorher nachgefragt.

Wieder beim Waldspielplatz angekommen, erzählt mir Sabine Spitz, wie wichtig es für sie sei, den Nachwuchs zu fördern. Deshalb ist sie "IN VIA"-Botschafterin geworden. "Ich möchte etwas von meiner Erfahrung weitergeben", sagt die 37-Jährige. "Sportliche Jugendliche haben ein Ziel vor Augen und dieser Ehrgeiz im Sport führt dann auch zu Zielstrebigkeit im Leben."

Ob sie einen ultimativen Tipp für Mountainbikeanfänger hat? "Learning by doing", antwortet Sabine. Und dabei müsse man auch über seine Grenzen hinausgehen. Über meine Grenzen bin ich auf jeden Fall heute schon hinausgegangen. Ein Sturz reicht mir fürs Erste.

Autor: bz