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06. November 2014

Motivieren bis zum Schluss

Fast jeder vierte Azubi bricht die Lehre ab / Arbeitgeber wollen systematisch gegensteuern.

  1. Auf dem Weg zur Hotelfachfrau: Ausbilderin Regine Bagge (links) zeigt Sarah Zimmermann, die beim Central-Hotel in Freiburg ihre Lehre macht, worauf es beim Eindecken ankommt. Foto: Ingo Schneider

Die Quote der Abbrecher unter den Auszubildenden steigt hierzulande seit dem Jahr 2005 wieder kontinuierlich an. Auch in Freiburg machen sich die Betriebe verstärkt darüber Gedanken, was sie tun können, damit ihre Azubis bis zum Abschluss durchhalten und am Ende der Lehre eine erfolgreiche Prüfung hinlegen. Ein wichtiges Thema ist dabei Motivation, wie bei einem Fachtag des gemeinnützigen Bildungsträgers BBQ in Freiburg deutlich wurde.

"Betriebe können natürlich mit außergewöhnlichen Maßnahmen für Azubis wie mit Aktionstagen oder Ausflügen junge Leute begeistern und vielleicht auch ein Stück weit gewinnen", sagt Thomas Fink von der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft. Er ist Referent beim Fachtag im Freiburger Waldhaus, zu dem rund 40 Ausbilder aus Freiburg und dem Umland gekommen sind. Sie wollen wissen, wie sie ihre Azubis besser motivieren und zu einem erfolgreichen Ausbildungsabschluss führen können. "Das Entscheidende dabei sind aber gerade nicht spektakuläre Einmalaktionen, sondern der ganz normale Betriebsalltag", sagt Fink, "Wertschätzung und ein geordnetes, systematisches Vorgehen, das ist letztlich die Grundlage aller Motivation."

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In Deutschland brechen nach neuesten Zahlen etwa 24 Prozent der Lehrlinge die Ausbildung vorzeitig ab. Die höchsten Abbrecherquoten gibt es bei den Kellnern (51 Prozent) und Umzugshelfern (50,9 Prozent), am niedrigsten ist sie bei den Verwaltungsangestellten (3,7 Prozent). Das Land Baden-Württemberg, der Landesarbeitgeberverband und der Arbeitgeberverband Südwestmetall haben daher das Projekt "Abbruch vermeiden – Ausbildung begleiten" aufgelegt, das diese Quoten senken soll. In Freiburg ist BBQ verantwortlich für die Umsetzung. Projektleiter Norbert Cüppers: "Wir Ausbildungsbegleiter sehen uns als neutrale Vermittler. Häufig sind es ja Konflikte zwischen dem Azubi, dem Ausbilder oder der Belegschaft, die dem Abbruch der Ausbildung vorausgehen. Das muss nicht sein. In vielen Fällen finden wir im Gespräch mit den Beteiligten eine Lösung."

Regine Bagge, Ausbilderin beim Central-Hotel an der Wasserstraße in Freiburg und damit verantwortlich für drei angehende Hotelfachfrauen, ist Teilnehmerin beim Fachtag und sucht nach Anregungen und Tipps: "Unsere jetzigen drei Auszubildenden sind sehr motiviert und bei der Sache, aber wir hatten auch schon den Fall, dass jemand wegen großer Probleme mit der Berufsschule kurz vor Schluss die Lehre abgebrochen hat. Da hätte ich mir schon Unterstützung gewünscht." Auch für solche Fälle will Cüppers Ansprechpartner sein.

Unterstützung für Ausbilder gibt es im Rahmen des Projekts "Abbruch vermeiden – Ausbildung begleiten", Kontakt unter Tel.  0761 / 1507733.

Autor: Holger Schindler