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04. Juni 2011

Münsterwurst

MÜNSTERECK: EU-konformes Wahrzeichen

Viele werden jetzt wettern: Erst hat die EU mit ihren Gurkenkrümmungsvorgaben das Gemüsebeet umgepflügt – jetzt gibt sie sogar noch bei der Freiburger Münsterwurst ihren Senf dazu. Es geht um eine Freiburger Institution, deswegen rollt mancher Fan der Langen Roten kurz einmal die Stirn: Was soll denn das denn nun wieder? Natürlich hat die Sache zwei Seiten, die man drehen und wenden kann wie eine Rindsbratwurst auf dem Rost. Die EU-Dienstleistungsrichtlinie verlangt im Grunde, dass das Gewohnheitsrecht durch Wettbewerbsrecht ersetzt wird – was an sich kein falscher Ansatz ist. Andererseits: Die bestehende Lösung hat funktioniert und dass jeder Freiburger unter den vertrauten Wurstbrätern seinen jeweiligen Favoriten hatte, ist unbestreitbar ein Teil der besonderen Faszination der Langen Roten. Tradition ist eben auch ein wichtiger Faktor. Nun sind die Kriterien so gewählt, dass die Platzhirsche keine schlechten Karten haben, wenn es bei der Ausschreibung um die Wurst geht. Aber schon allein die Wurststandvermehrung wird den Markt verändern. Und weil wir halt in der Green City leben, soll künftig auch eine Tofu- oder Sojawurst gebraten werden. Warum auch nicht, wenn die Nachfrage da ist und ein Standbetreiber davon leben kann.Wobei der Münstermarkt schon jetzt Maßstäbe setzt: Vegetarier werden nah und fern kaum ein besseres Angebot finden können.

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Autor: Joachim Röderer