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08. Juni 2010

Ökumenischer C-Punkt

MÜNSTERECK: Kirche mal ganz anders

In jüngster Zeit hat es in der Evangelischen Kirche nicht an Mahnungen gefehlt, sich ökumenisch eher zurückzuhalten, um nicht in den römisch-katholischen Strudel mit hineingezogen zu werden. Gegen solche Warnungen setzt die Kirche in Freiburg jetzt ein Zeichen des Vertrauens: Der C-Punkt am Münsterplatz ist im zehnten Jahr seines Bestehens endlich das geworden, als was er ohnehin von Anfang an gedacht war – ein ökumenischer Ausdruck von Kirche in der Stadt. Diese Entwicklung haben auch manche Irritationen nicht aufgehalten: Weder das römisch-katholische alleinige Vorpreschen, als 2000 die Alte Münsterbauhütte überraschend frei wurde, noch evangelische Überlegungen zu einem Haus der Kirche mit eigenem Kirchenladen. Letztlich blieb den Gremien beider Seiten gar nichts anderes übrig, als die gescheite Doppelpass-Steilvorlage des katholischen und des evangelischen Dekans zu verwandeln. Denn die Erfahrungen aus den vergangenen neun C-Punkt-Jahren zeigen: Die Menschen, die hierher kommen, wollen nicht katholisch oder evangelisch beraten, sondern mit ihren Fragen und in ihren Nöten geschätzt werden. Manche wollen auch einfach nur einen Kaffee trinken in einer Umgebung, in der sie sich wohl fühlen. Wenn jetzt noch manche Evangelische ihre Scheu davor ablegen, unversehens mitten im Freiburger katholischen Zentrum präsent zu sein, und manche Katholische ihren Dünkel – dann könnte Kirche für alle in der Stadt noch mal ganz anders erfahrbar werden.

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Autor: Gerhard M. Kirk