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03. März 2010

Die CDU zum Rock-Beauftragten

MÜNSTERECK: Mangelnde Sachkenntnis

Die Überschrift sollte witzig sein: "Kein Sigi-Pop für Freiburg". So betitelte die CDU-Gemeinderatsfraktion eine Pressemitteilung, die sie gestern verschickte. Darin wird die Bestellung eines Rock-und Pop-Beauftragten durch die Stadt abgelehnt. Noch ehe die von den Grünen angeregte Diskussion geführt wird, verweigert sich die zweite große Fraktion des Gemeinderats schon. Aber warum? "Die SPD hatte mit ihrem Pop-Beauftragten Siegmar Gabriel alias Sigi-Pop bereits Schiffbruch erlitten, diesen Fehler müssen wir in Freiburg nicht wiederholen", wird in der Mitteilung der Stadtrat Daniel Sander zitiert. Das kündet nun nicht gerade von Sachkenntnis. Dass die SPD mit Gabriel als "Beauftragtem für Popkultur und Popdiskurs" nicht unbedingt die Musikszene in Deutschland vorangebracht hat – geschenkt. Aber das hat mit der Arbeit eines städtischen Pop-Beauftragten rein gar nichts zu tun. Die Freiburger CDU hat sich offensichtlich nicht die Mühe gemacht, sich zu informieren. Und will es auch nicht nachholen. Dabei könnte sie vom Beispiel Mannheim lernen, was so ein Beauftragter leistet. Er ist eben kein Bürokrat, wie die CDU meint. Er hilft im Gegenteil, bürokratische Hemmnisse zu überwinden, zwischen Musikszene, Musikbusiness und Stadt zu vermitteln. Auf dass alle etwas davon haben. Wieweit Freiburg mit Mannheim, immerhin der Standort der baden-württembergischen Popakademie, vergleichbar ist, kann man diskutieren. Aber die Diskussion gar nicht erst zu führen, wäre dumm.

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Autor: Thomas Steiner