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13. Dezember 2011
Einladendes Theater am Ende
MÜNSTERECK: Mit Charme, ohne Chance
Es fällt der letzte Vorhang für Bühnentanz- und Musicalschule im Martinstor. Zurück bleibt eine vage Zukunft für den Theaterbetrieb im Haus: Das stimmt traurig. Leider ist die Halbwertzeit kollektiven Erinnerns kurz. Deshalb mag die Rolle, die Nick Haberstichs eigenwillige Einrichtung für die freie Szene – und vor allem für ein waches, bewegliches Publikum – gespielt hat, schon jetzt nicht mehr angemessen gegenwärtig sein. Nick Haberstich ist Tänzer und in seinem Metier auch ein hervorragender Lehrer. Möglicherweise hat deshalb manch einer gar nicht mehr aufmerksam genug an seiner Bühnentanzschule vorbeigeschaut, hin zu dem ganzen Mix, den Haberstich als Theatermann auch draufhatte. Das Theater am Martinstor war sehr beherzt einladende Gastspielbühne und immer auch selbstbewusste Experimentalbühne. In einer Stadt mit vielen freien Theatergruppen, mit Einzelkünstlern und Duos, Trios, Banden und mit vergleichsweise wenig Spielstätten, an denen die sich spielend, singend, tanzend zeigen können, war und ist das zentral gelegene kleine Theater oftmals eine großartige Chance. Und auf jeden Fall hat es den Charme eines originellen Kultur-Orts. Ohne institutionelle Förderung jedoch ist ein kleines Theater kaum lebensfähig. Und so schwächelt es, wie einst Norbert Haas’ "Theater am Eck", genau dann, wenn dem Macher nach Jahren allmählich die Luft ausgeht. Traurig.
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Autor: Julia Littmann
