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26. Mai 2009
D Muettersproch-Gsellschaft
Mundart ist kein Fall fürs Museum
Der Altpräsi Klaus Poppen erzählt: Wie d'Muettersproch-Gsellschaft woren isch.
Kürzlich wurde in Buchenbach ein Alemannen- Stübli im Rahmen des Heimatmuseums Hansmeyerhof eingeweiht. Auf der Einladung standen die Begriffe "Mundart-Fenschter" und eben auch "Alemannen-Stüble". Das Wort Museum für diese zwar räumlich kleine, aber inhaltlich sehr umfassende Schau all dessen, was die Mundart umfasst, wurde sorgsam vermieden. Denn: Mundart gehört nicht ins Museum.
Dass die Muetterspröchler mit gutem Grund und Hintergrund eine solche Ausstellung auf die Beine stellen können, wird verständlich, wenn man sich noch einmal an die Geschichte dieser Gesellschaft erinnert.
Am Afang sin s vor allem Mundartdichterinne und Dichter gsi, wo sich 1967 in ere Art Dichterzirkel troffe hen. Ihri Fründ un Verwandte hen as Mitglieder der Verein gstützt. Aber d Breitewirkung het sich nit eso richtig iigstellt. Des het sich no schlagartig gänderet, wo me 1975 beschlosse het, e Bäpperli, e Kläberli zu gstalte, demit d Lit au könne zeige, dass si e Herz für d Mundart hen.
S isch garnit eifach gsi, en Text finde. "Mir schwätze Mundart, mir ghöre doher" isch nit durchgange. Denn s git jo au viel Lit, wo au doher ghöre, un kei Alemannisch schwätze, d Flüchtling us em Oschte, wo im Südbadische e neui Heimet gfunde hen. Au "Schwätze alemannisch bigott", oder, "Bi uns wird alemannisch gschwätztt" isch nit guet ako. De Fallerbeck us de Brotboutique bim Schiff het gsait, es Kläberli dürft d Kundschaft nit verprelle.
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Also het me witer ghirnt un isch uf "Bi uns ka me alemannisch schwätze"komme. Do ka sich jo niemers dra stosse. Un demits noch harmloser würd, hen si noch e "au" dezue gfügt.
So isch der blau Punkt mit em Text "Bi un s cha me au alemannisch schwätze" gfunde wore. Des Bäpperli het d Muettersproch-Gsellschaft echt hochkatapultiert.. Sich offe zuer Mundart bekenne isch ebbis Neus gsi.
D Pressi isch voll uf des Kläberli iigstiege. Si hens veröffentlicht un gschriibe, wo me s ka kriege. Afroge sin kumme us allene Ecke vom Alemanneland un neui Mitglieder no au. De Verein isch so über Johre fascht jeder Tag um e neu Mitglied gwachse, vo 350 uf 3500 Mitglieder, 21 Regionalgruppe hen sich formiert.
Worum sott me sich aber überhaupt für s Alemannischi engagiere? Was isch de Sinn? Do gits gueti Gründ gnueg: S Alemannisch isch e Stuck Individualität un au e Stuck Heimet. S isch persönlich un s verbindet. S isch e Bruck zwische de Nochbere am Hoch- un Oberrhii.
Un wie setzt me des alles um?
Mundartwettbewerb het s geh, de letscht – zemme mit de BZ un em SWR – mit fascht 300 Iisendige, e Unterschrifte-Aktion für "Meh Mundart bi Funk un Fernseh" het 37 000 Alemanne-Unterzeichner gfunde, Mundart-Seminar für Dichter het de Verein uf d Bei gstellt, fünf Anthologie für Etablierti- un Nachwuchsdichter sin veröffentlicht wore, mit Strosseständ un allerlei Spässli (Bächli-Regatte) hen is für de Verein un d Mundart gworbe un alli Arte vo andere Ufkläber, Postkärtli, Poster un so witer gstaltet. So stoht d Muettersproch-Gsellschaft inzwische – bis jetz unwidersproche – in de Bundesrepublik as de aktivscht Mundartverein überhaupt do.
Un het au vor so witermache.
Jedefalls: Ins Museum kunnt uns unsri Sproch nit! Aber d Usstellig im Alemanne-Stübli, die lohnt e Bsuech. Informatione dodezue: Rathaus Buchenbach, Tel. 07661/396524, Frau Schweizer; Informatione zuer Muettersproch-Gsellschaft: unter http://www.alemannisch.de oder Wilhelmstraße 14 , 79379 Müllheim.
Autor: Klaus Poppen


