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22. Mai 2009
"Nach der Räumung ist vor der Besetzung"
Mit lautstarken Sprechchören sind rund 150 Demonstranten aus der Linken Szene durch die Freiburger Innenstadt gezogen. Ihr Ziel: Das vor kurzem noch besetzte Antoniushaus in der Wiehre. Knapp 200 Polizisten begleiteten den Protestzug.
Mit lautstarken Sprechchören sind rund 150 Demonstranten aus der linken Szene am Mittwochabend durch die Freiburger Innenstadt gezogen. Ihr Ziel: das vor kurzem noch besetzte Antoniushaus in der Wiehre. Knapp 200 Polizisten begleiteten den Protestzug. Im Vorfeld der Demo war es Augenzeugen zufolge zu einer Attacke von Rechtsextremen gekommen. Sie sollen mit Messer die Demonstranten bedroht haben.
Die Demo hatte ihren Start gegen 20 Uhr im Quartier "Im Grün" und zog zum Bertoldsbrunnen. Es kam zu starken Verzögerungen im Straßenbahnverkehr. Von der Innenstadt marschierten die Demonstranten Richtung Kirchstraßezum Antoniushaus, immer begleitet von Polizisten, die Schlagstöcke und Helme parat hatten. Das Gebäude – bis Ende 2007 ein Altenpflegeheim – steht seit Anfang 2008 leer und war von rund 45 Autonomen und Studierenden vor einer Woche besetzt worden, bis es am Dienstag von der Polizei geräumt wurde.
"Wir sind hier, wir sind laut weil man uns die Häuser klaut" – mit diesen Worten trieb einer der Demonstranten über Megafon die Menge gen Wiehre. "Nach der Räumung ist vor der Besetzung", gellte es aus dem Protestzug. Vor der Johanneskirche stoppte die Demonstration zunächst. Dann bog der Zug ab in die Basler Straße und in den Einmündungsbereich der Kirchstraße. 30 Meter vor dem Haus bildete die Polizei einen Sperrriegel. Per Lautsprecher bedankten sich die Demonstranten bei den Anwohnern in der Kirchstraße für deren Solidarität.
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Der Polizei gelang es nach mehreren Minuten, den Zug über die Günterstalstraße, die Kaiserbrücke und die Schreiberstraße wieder zurück ins "Grün" zu lotsen. Die Demonstranten fügten sich weitgehend friedlich.
Ganz andere Szenen hatten sich jedoch offenbar zu Beginn des Protestes abgespielt: Augenzeugen berichteten, es sei vor der Demo zu Rangeleien zwischen Linken und drei Mitgliedern aus der rechten Szene gekommen. Diese hätten Messer gezogen und die Protestler bedroht. Einem der linken Demonstranten soll ein Zahn ausgeschlagen worden seien.
Coinneach McCabe, Stadtrat der Grünen Alternative Freiburg, kritisierte, dass die Polizei sich vor der Prügelei wieder von der Gruppe zurückgezogen habe. Einsatzleiter Harry Hochuli bestätigte am Rande der Demo, dass von den drei Personen die Personalien aufgenommen worden seien.
Autor: Alexandra Sillgitt und Joachim Röderer
