Neuer die Glocken nie klingen

sge

Von sge

Sa, 06. Mai 2017

Freiburg

Für rund acht Millionen Euro werden der Paulussaal und die evangelische Pauluskirche saniert – ein Baustellenrundgang /.

Seit einem Jahr sind Paulussaal und Pauluskirche an der Dreisamstraße eine Baustelle – und sie werden es voraussichtlich bis zum Spätherbst auch bleiben. "Wir sind gut in der Zeit, knüppeldicke Überraschungen sind ausgeblieben", sagt Ewald Dengler, Vorstand der Evangelischen Stadtmission. Die hat mit dem Stadtkirchenbezirk für das Grundstück einen Erbpachtvertrag auf 75 Jahre geschlossen.

Letztmals saniert wurde das Gebäude in den 60er-Jahren. "Vieles war museumsreif", sagt Norbert Aufrecht, Diakon in der Stadtmission. Deshalb soll nun die Gebäudetechnik auf den neuesten Stand gebracht werden. Das Dach wurde bereits erneuert, der Anbau für die Künstlergarderoben steht und Dank einer privaten Spende hat die Pauluskirche einen neuen Glockenturm. Aber auch sonst ist einiges zu tun: Der Fußboden wird neu gemacht, das Gebäude soll komplett barrierefrei gestaltet werden, eine neue Lüftung wird angebracht, nicht zu vergessen der Brandschutz. Die Decke im Paulussaal soll weitgehend so bleiben. "Eine tolle Akustik", sagt Dengler. Nur die bunte Farbe kommt weg und wird durch Weiß ersetzt. Vieles soll aber auch erhalten bleiben wie die Figuren und Ornamente am Eingang zur Kirche und im Kirchenraum. Die Orgel ist eingelagert und soll künftig in der Friedenskirche stehen. "Wir haben sie nur selten genutzt", sagt Aufrecht.

Der Saal als Audimax, die Kirche als Hörsaal

Die Gemeinde "Dreisam3" feiert ihre Gottesdienste derzeit im Evangelischen Montessori-Schulhaus. Zum Jahreswechsel sollen Pauluskirche und -saal wieder eröffnen. Beides mietet die Uni während Vorlesungszeiten für fünf Jahre. Der Paulussaal mit etwa 850 Sitzplätzen wird als Audimax genutzt, die Kirche mit rund 200 Sitzplätzen als Hörsaal, solange das Kollegiengebäude II saniert wird. Und der Paulussaal soll auch künftig an Veranstalter vermietet werden.

"Ohne Aussicht auf Mieteinnahmen hätten wir die Sanierung nicht stemmen können", sagt Dengler. Vorerst hatte man mit 5,25 Millionen Euro gerechnet, mittlerweile geht man von acht Millionen aus. 4,5 Millionen muss die Stadtmission selbst aufbringen. Die Kirchengemeinde Freiburg und die Landeskirche beteiligen sich an den Kosten für die Pauluskirche, die Stadt Freiburg mit 1,2 Millionen an denen für den Saal. Damit hat sie sich auch Veranstaltungsrechte gekauft.

"Manchmal fragen wir uns schon, was wir da angefangen haben", sagt Dengler mit Blick auf die Einfahrt, durch die sich mal wieder ein Minibagger zwängt. Nebenan hinter einem Zaun spielen die Kinder vom Pauluskindergarten, der noch immer ein neues Zuhause sucht.

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