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30. Juli 2009

Breisacher Tor

Coucou: Neues Leben in alten Mauern

Der größte Teil des Bauzauns ums „Breisacher Tor“ ist weg, gestern wurden die Palmen am Eingang aufgestellt. Kein Wunder – denn morgen geht’s los: Da startet an der Ecke Rempart-/Gartenstraße das ehrgeizige Gastro-Projekt Coucou. Mit 200 Sitzplätzen im Innenbereich und 120 weiteren auf dem Platz an der Gartenstraße wird das neue Lokal zu den größeren in Freiburg gehören. Dennoch: Die Konkurrenz ringsum sieht dem neuen Mitbewerber gelassen entgegen.

  1. Sie eröffnen morgen das neue Lokal Coucou im Breisacher Tor an der Ecke von Gartenstraße und Rempartstraße: Didi Broscheit (links) und Wulf Piazolo Foto: Michael Bamberger

Der größte Teil des Bauzauns ums "Breisacher Tor" ist weg, gestern wurden die Palmen am Eingang aufgestellt. Kein Wunder – denn morgen geht’s los: Da startet an der Ecke Rempart-/Gartenstraße das ehrgeizige Gastro-Projekt Coucou. Mit 200 Sitzplätzen im Innenbereich und 120 weiteren auf dem Platz an der Gartenstraße wird das neue Lokal zu den größeren in Freiburg gehören. Dennoch: Die Konkurrenz ringsum sieht dem neuen Mitbewerber gelassen entgegen.

Das Cocou ist als Café, Bar und Restaurant konzipiert und will von Frühstück am Morgen, Mittagessen, Kaffee und Kuchen aus eigener Konditorei bis zu Abendessen und Cocktails eine gastronomische Rundumversorgung in dem aufwändig sanierten Gebäude bieten. Der Clou im Coucou: Die Gäste können wirklich in dem anno 1677 erbauten Tor sitzen, durch das einst Marie-Antoinette samt Entourage auf ihrer Brautreise nach Paris in Freiburg einzog.

Der exaltierten Prinzessin hätte sicher gefallen, wie viel poppige Farbe der Offenburger Künstler Stefan Strumbel ins alte Gemäuer gebracht hat. Das Gastronomie-Konzept für das Coucou hat die Bellini GmbH entwickelt. Die ist mit den Geschäftsführern Didi Broscheit und Markus Rogg seit zehn Jahren in Freiburg am Markt und hat mittlerweile 14 Gastro-Betriebe unter ihren Fittichen: vom Othello über die Cohibar, das Karma, das FT-Sporthotel bis zum Ca d’Oro und der Post-Jahn-Gaststätte. Weitere größere Projekte wie der Wentzinger Hof im Stühlinger oder der Gutshof in Umkirch sind im Entstehen. Auch beim ZMF und im Badenova-Stadion mischt die Bellini-Crew als stark expandierender Freiburger Gastro-Multi munter mit.

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In den oberen Etagen entstehen Seminarräume
Rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt die GmbH, berichtet Geschäftsführer Broscheit. Mit dem "Coucou" in einer gastronomisch dicht besiedelten Altstadtecke betritt Bellini neues Terrain: "Bisher waren wir stark nachtlastig, hier wollen wir ein anderes Zielpublikum ansprechen", sagt Broscheit. Er fungiert in der neuen Breisacher Tor GmbH neben Wulf Piazolo als Geschäftsführer.

Die Betreiber wollen aber auch die Studierenden als Gäste gewinnen, die künftig ohnehin ins Haus kommen: In den von Investor Peter Unmüßig ebenfalls komplett umgebauten Stockwerken über dem neuen Lokal wird nämlich die Universität Seminarräume einrichten. Den lauschigen Biergarten an der Gartenstraße teilt sich das "Coucou" mit dem bisherigen Platzhirsch Caféhaus.

Der Caféhaus-Freisitz ist soeben frisch möbliert worden. Auch das El Bolero, drittes Lokal im Bunde, hat sich neue Tische und Stühle zugelegt. "Wir werden eine gute Koexistenz auf dem Platz haben", gibt sich Caféhaus-Chef Norbert Bender überzeugt. Er meint: "Wenn man seine Sache gut macht, muss man einen anderen Guten nicht fürchten." Auch Didi Broscheit lobt die guten nachbarschaftlichen Beziehungen. Abuzer Yurdakul vom El Bolero freut sich ebenfalls auf die neuen Nachbarn: "Wir alle werden profitieren", prophezeit er – wie alle Nachbarn ist er froh, dass die Baustellenzeit nun vorbei ist.

Jenseits der Gartenstraße gibt es aber durchaus Wirte, die um Marktanteile fürchten, schließlich werde der Kuchen durch das neue Lokal nicht größer. Die "Sehen-und-Gesehen-werden"-Kunden werde das Coucou anziehen – sozusagen als Ersatz für das im vergangenen Jahr geschlossene Lokal Wiener, tippt einer. Viele Kollegen blicken voller Spannung auf das neue Leben im alten Gemäuer. In der Stadt wird über eine Einstiegspacht von 14 000 Euro kalt gemunkelt – die Summe liege, heißt es, in den allerobersten Freiburger Miet-Regionen.

Autor: Joachim Röderer