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09. Januar 2010

Neun Menschen starben infolge Drogenkonsums

Starker Rückgang gegen 2008.

Neun Menschen sind im vergangenen Jahr in Freiburg an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben. Das sind 14 weniger als 2008, als 20 Männer und drei Frauen in der Folge des Gebrauchs von Suchtmitteln starben. Fachleute schätzen die Zahl der Freiburgerinnen und Freiburger, die durch den Konsum etlicher Drogen (Alkohol und Nikotin nicht mitgerechnet) suchtkrank geworden sind, gegenwärtig auf 700 bis 1200.

Den Grund für den Rückgang sieht Polizeisprecher Ulrich Brecht vor allem darin, dass 2008 die Zahl mit 23 aufgrund von Rauschgift-Konsum gestorbenen Menschen außerordentlich hoch war. So hoch wie in keinem anderen der vergangenen zwölf Jahre. Am "Stoff" könne es jedenfalls nicht gelegen haben, schließt Ulrich Brecht aus. Denn das in Freiburg angebotene Heroin sei seit Jahren weder zu rein noch zu sehr gestreckt. "Der Stoff, den wir hier haben, führt nicht zum Tod, außer bei einer Überdosis."

Der Körper altert schneller

Andererseits, macht der Polizeisprecher deutlich, halte ein Körper einen solchen Rauschgift-Konsum höchstens 20, 25 Jahre lang aus. "Dann macht er das nicht mehr mit, und es reicht schon eine Blutvergiftung oder eine Grippe, um daran zu sterben." Und genau das war nach den Erkenntnissen Ulrichs Brechts der Grund, warum 2008 so auffällig viele Menschen in Freiburg an den Folgen ihrer Suchtkrankheit starben. In den zehn Jahren zuvor nämlich schwankte die Zahl zwischen fünf (2004) und 19 (2002).

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Ähnlich sieht es Jeanette Piram von der Drogenhilfe Freiburg: "2008 war ein Wahnsinnsausreißer-Jahr – und aus unserer Sicht sind die Frauen und Männer als alte Menschen gestorben." Also weniger in direkter Folge des Drogenkonsums als vielmehr aufgrund einer insgesamt ungesunden Lebensweise. Nach den Erfahrungen der Leiterin der Drogenhilfe der Arbeiterwohlfahrt (mit der Beratungsstelle "Drobs" und dem "Kontaktladen") ist vor allem eine Mangelernährung verantwortlich: Durch den Rauschgiftkonsum verbraucht der Körper mehr Vitamin B und C, die ihm zu wenig zugeführt werden, was den Körper schneller altern lasse.

Hinzu kommt für Jeanette Piram: Durch die Substitution mit Ersatzstoffen wie Methadon werden die Frauen und Männer älter. "Sie sterben nicht an der Droge selbst oder an den vielen Suchtmitteln, die sie konsumieren, sondern an Diabetes, Lungenkrebs oder Herzinfarkt." Krankheiten und Konsum haben Folgen: Der Körper ist mit 45 Jahren oft schon so gealtert, dass er dem eines 65-Jährigen entspricht. Dass nun 2009 neun an Drogen erkrankte Menschen starben, entspreche in etwa der angenommenen Sterberate von einem Prozent. "Aber weniger wäre natürlich besser."

Autor: gmk